Erfahrungen

So kann man sich täuschen….

Morgens, 06:30 Uhr, irgendwo auf einer deutschen Autobahn:
Man fährt mit 150km/h ganz gemütlich auf der etwas befahrenen Autobahn, als es plötzlich im Rückspiegel aufblitzt. Irritiert schaust du nach hinten, als es immer dunkler im Spiegel wird. „Ein übles Gewitter zieht wohl auf… und das so früh am morgen!“. Es blitzt wieder und der Hintergrund verdunkelt sich immer mehr. Bis es einem wie Schuppen von den Augen fällt: Das ist gar kein Gewitter. Das ist nur ein riesengroßer, schwarzer SUV, der mittels Lichthupe auf sich aufmerksam machen will. Wahrscheinlich hat er sich so sehr erschreckt, weil er mit seinen geschätzten 4370km/h angeschossen kam und durch den Tunnelblick war ich mit meinem weißen Auto wohl wie ein Licht am Ende des Tunnels. Bestimmt hat er deswegen nicht gesehen, dass noch mehrere Autos in derselben Geschwindigkeit wie ich vor mir hergetuckert sind und ich leider bedingt durch den Verkehr auf den beiden rechten Spuren auch nicht die Möglichkeit hatte, mal eben von 150 auf 80 abzubremsen, um mich in den Verkehr wieder einzufädeln.

Das ist so eins von vielen Phänomenen auf deutschen Autobahnen. Während meiner Pendlererlebnisse (für die neuen unter euch: Nein – kein Porno. Hände wieder hochnehmen, meine Herren ;)) kriegt man ja so einige Fahrtypen mit:

1. Der „Бизнесмен“ – das ist Russisch und bedeutet ausgesprochen „Bissnessmeeeen“, also Geschäftsmann:
Überwiegend in dicken Audi-Limousinen oder Kombis (neiiiin…wir fahren keinen Audi A6…ähm…scheiße!). Grundsätzlich auf der linken Spur. Erkennt man an dem Sakko hinten am Fenster, aber vor allem an dem kalten,starr nach geradeaus schauenden Blick des Fahrers. Und den Blick hat er immer: Beim schon fast automatischen Betätigen der Lichthupe, beim Überholen, wenn ihm ne Taube durch die Scheibe knallt, wenn vor ihm Hulk auf die Autobahn springt,… egal, immer. Dem muss man natürlich immer und wirklich ausnahmslos Folge leisten. Ist ja ein Geschäftsmann und der hat bekanntlich keine Zeit. Und Zeit ist ja auch Geld und so…

2. Die goldene Mitte
Solche, die 0,00000057454 Sekunden nach Auffahren der Autobahn auf der mittleren Spur bleiben. Egal wie. Bei 110 km/h wird der Tempomat reingehauen und da bleibt man auch. Die rechte Spur ist frei? – egal, 110 km/h auf der mittleren Spur. Es staut sich? – egal, 110 km/h auf der mittleren Spur. Du bekommst schon Augenzucken, weil du seit gefühlten 37 km diesen Penner vor dir hast, der verdammt nochmal nicht auf die verkackte rechte Spur fahren will, wo er hingehört – egal, 110 km/h auf der mittleren Spur. Und das auf der Strecke von München bis Hamburg. Durchgehend. Rast ist nicht, sonst muss man auf die rechte Spur.

3. Die Bekloppten
Gut, das ist relativ leicht zu beschreiben. Prinzipiell das Gegenteil von der goldenen Mitte – nur dass man nochmal 100 km/h draufhauen muss und das ganze auf der linken Spur stattfindet.

…Gerüchten zufolge gibt’s übrigens auch Normalfahrer. Hab ich aber bis jetzt noch nicht so ganz erlebt. Außer ich natürlich. Ich fahr sowieso toll. So.

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