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So n bisschen stolz…

…bin ich ja schon. Es ist nämlich so: Mein Arbeitskollege hat geheiratet. Natürlich haben wir innerhalb der Abteilung ein bisschen was zusammengelegt. Und ich mein, wer mich und meinen Blog schon länger kennt, der weiß: Hochzeit ist wichtig. Jaaa. Sehr wichtig. Dementsprechend muss man das auch ein bisschen hübsch aufziehen.

Umso schockierter war ich, als es hieß: „Geld geben wa in nem Umschlag“. Wow, wow, woooooow. Nix da, Umschlag. Wat isn das? Das muss dem Anlass entsprechend sein. Also, ich mein, nicht, dass es andersrum nicht auch einfach nur Geld wäre. Aber mein ehemaliges Brautherz begann natürlich sofort an, seinen Herzschlag zu verdoppeln. Und ja, jede Frau wird mich verstehen.

Also, was tun? Ich zeig euch in folgenden Schritten, wie man ein Geschenk wirklich toll verpacken kann (jaaaa, is ja gut, Fotos kommen gleich!)

  1. Man nehme eine alte Schachtel (also Männer, nicht eure Olle daheim… halt ne alte…nen alten…Karton, genau!). Nicht allzu groß, nicht allzu klein.
  2. Man geht in die Versandabteilung der Firma den…äh…Packpapierversorgungsraum, um auf die Frage „Jungs, habt ihr Packpapier?“ als Antwort zu bekommen „Neee, hamma nich!“. Gut, wir nehmen Plan B. Plan B heißt: Wir suchen Packpapier von erhaltenen Lieferungen. Mag sein, dass es etwas verkrumpelt ist, aber das wird schon. Auch, wenn vor deinem geistigen Auge der Plan des schönes Geschenkes schon den Bach runtergeht. Aber ruuuuhig, das wird schon. Im Improvisieren biste ne Eins!
  3. Man packt die Schachtel mit dem scheißblödendreckswiderspenstigen Papier ein. Dabei verfluchst du dich, die Welt, aber vor allem das scheißblödedreckswiderspenstige Papier. Die Idee, mit dem Umschlag und einfach Geld rein ist auf einmal doch gar nicht soooo mies. Aber da ist natürlich dein Brautherz, dass niemals (!) einfach nur Geld im Umschlag verschenken würde (by the way: Hab ich echt nicht. Selbst wenn es „nur“ eine Karte ist mit dem Geld: Das Geld ist immer irgendwie gefaltet und hübsch gemacht!).
  4. Nach viel Schweiß und vielen bösen Wörtern (die du, bevor du Nachwuchs in die Welt setzt, dringend aus deinem Wortschatz streichen musst) ist nun die olle Schachtel eingepackt. Nicht perfekt, aber ist dir jetzt auch sowas von kackegal.
  5. Das Innenleben der Schachtel kannst du natürlich nicht so lassen. Natürlich entscheidest du dich nicht, wieder jeder andere normale Mensch, für ein einfaches Tonpapier. Neiiin, du hast ein Papier mit komischen Samt-Ornamenten (zu meiner Verteidigung: Das hab ich echt nicht gesehen beim Kauf!). Und Samt-Ornamente sind super, wenn man sie aufkleben will und dann so schöne Kleberänder entstehen. Davon mal abgesehen bleiben diese schwarzen Samtreste auch überall. Deiner Finger sehen aus, als hättest du auf dem Polizeirevier stündlich Fingerabdrücke machen sollen. Wenn man so drüber nachdenkt, ist diese Geschichte mit dem Umschlag doch eigentlich….
  6. So, was nun mit dem Geld? Genau: Schön falten. Und natürlich musst du dir gleich das blödeste überhaupt raussuchen: Ein Brautpaar. Schon mal ein Brautkleid aus nem Geldschein gefaltet? Ja nee, ich auch nich. Hose, Hemd und Krawatte vom Bräutigam geht ja noch, aber n Brautkleid? Doofe Idee. Demnach verfluchst du wieder dich, die Welt und die Kohle und dein blödes Hirn, was diese doofe Idee hatte, so ne Fitzelarbeit zu machen. Der Umschlag ist doch echt eigentlich….
  7. Mit dem restlichen Geld muss man ja auch was machen… also faltest du Herzen und auch schöne Eheringe, die du auf die Karte klebst (die wiederum ins Innenleben der ollen Schachtel kommt). Dir war bis dato gar nicht bewusst, dass Eheringe elliptisch sein können. Ein Blick auf deinen Ring bestätigt leider deine Vermutung, dass Ringe rund sein sollten. Dementsprechend verfluchst du wieder dich, die Welt und überhaupt die blöde Weltanschauung, dass Ringe nicht elliptisch sein dürfen. Was hat sich die Natur nur dabei gedacht, dass Finger rund sind? Demnach verfluchst du auch die Natur.
  8. Gut, ist alles angebracht. Die Namen des Brautpaares schreibst du mit einfachem schwarzen Stift drauf: Ist doch ganz hübsch. Aber da fehlt was. Natürlich hast du vorgesorgt und in deinem Plan der perfekten Hochzeitsschachtel (also, wir reden noch immer von der Geldbox, nicht von euren Ehefrauen, meine Herren!) hast du auch schöne weiße Spitze berücksichtigt. Die hält glücklicherweise mit einem normalen Klebestift ganz gut. Natürlich musst du diese auch zurechtschneiden und Spitze ist da leider auch sehr widerspenstig. Demnach verfluchst du ebenfalls den Erfinder der Spitze, blöder Dummsack!
  9. PUUUUUUH! Es ist fertig. Und du landest doch wieder beim Gedanken „So n bisschen stolz“… aber seht selbst:

Schachtel außenSchachtel innen

(nur so für die Akten: Das war noch nicht ganz der Endzustand. Alle abstehenden Papiere etc. wurden natürlich noch entsprechend verfeinert. Und hätte ich persönlich von Anfang an Bescheid gewusst, dann hätte ich das mit der Karte so auch nicht gemacht 🙂 ).

PS: Einen letzten Schritt hätte ich dann noch:

10. Woher bekommt man eigentlich die weiße Spitze? Stoffladen? Naja, war alles etwas spontaner. Demnach… ach lassen wir das, ich sag es besser nicht. Jedenfalls hab ich keinen 2€-Schlüppi vom „Täxtildiskonnnt“ gekauft und den dann zerschnippelt. Ich mein, Alter…wer klebt schon nen weißen Spitzenschlüppi auf n Hochzeitsgeschenk?! Das wäre ja, das wäre ja…ähm…ja….so, genau!….habt ihr eigentlich auch schönes Wetter bei euch? 🙂

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1 thought on “So n bisschen stolz…”

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