Island-Trip

START: Live-Stream aus Island :)

Okay, okay. Ganz so ist es nicht vielleicht. Aber mal ehrlich: So kriegt man Leser, indem man Schlagzeilen schafft 🙂 Ich muss ja ehrlich zugeben und eins vorweg nehmen: Wir sitzen hier in Island und lesen mit großer Belustigung die Panikmache in Deutschland, mit so Schlagzeilen, die da heißen „ASCHEMONSTER BEDROHT DEUTSCHLAND“. Ähm. Ja. Nur mal so, wie die Lage bisher verlaufen ist mit dem Vulkan hier vor Ort in Island: Es wurden Erdbeben bemerkt (also, da erzähle ich euch natürlich nochmal mehr zu im Laufe des Berichts, der da so die nächsten Tage/Wochen immer mal wieder nach der Reihe erzählt wird), also seismische Aktivitäten in dem Bereich. Wir haben Freitag morgen im Hotel, ca. 500km Luftlinie entfernt von dem Lavarotzer, dass es wohl eine kleine Eruption gab. „Just a small eruption“ sagte die Dame vom Hotel. Schlagfertig antwortete ein Gast, der beim Frühstück saß „Ha! You said this also in 2010“ 🙂 Gut, wir alle haben die Bilder vom großen Eyjafjallnajoküll-Ausbruch und dessen Folgen ja noch in Erinnerung. Aber Leute, echt. Das hier ist (noch) nicht mal annähernd damit vergleichbar. Da kommen natürlich die Deutschen Medien, wo das Sommerloch mal wieder gefüllt werden muss, und denken, es ist eine riesige Schlagzeile, wenn man schreibt „EVAKUIERUNGEN IM GANGE“. Aja, logisch sind Evakuierungen im Gange. In dem Gebiet, wo die Eruptionen stattfinden, werden natürlich alle Touris und Einheimischen rausgeholt. Oder glaubt ihr, dass alle noch bei seismischen Aktivitäten am Lagerfeuer sitzen, und im Kanon „Kumba ya, my lord“ singen 😉 Es waren aber weiterhin alle Flughäfen in Island offen bzw. sie sind noch offen und große Aschewolken sind hier auch nicht.
Also, das nur mal so zum Einstieg: Alles halb so wild. Ja, es gab Freitag Eruptionen. Und wir haben Sonntag und heute morgen gab es eine erneute Eruption mit Lavafontänen. Aber Island liegt nicht in Schutt und Asche und wir schon gar nicht. Obwohl wir heute im Norden Islands in unserem Zimmer sitzen, weil draußen ein kleiner Sandsturm tobt und das braucht man grad so gar nicht draußen. Deswegen, Mesdames et Monseiurs – startet der Bericht unserer kleinen, großen Reise schon heute. Zumindest ein bisschen.

Es ging los am 11.08.2014. Nur, dass ihr grobe Randbedingungen habt: Wir, also Krissy mit Mann, im Russki-Geländewagen, dem Lada Niva, mit Dachzelt in Island für 3 Wochen, zusätzlich je 2 bzw. 3 Tage Fährfahrt nach Island. Das einzige, was wir geplant hatten, waren 4 Tage in einem kleinen Ferienhäuschen, von mir übrigens maritime Hundehütte genannt, in den Westfjorden. Ansonsten: Keine Ahnung, wo wir hinfahren, wenn wir da sind und auch sonst kaum was geplant. Gut, natürlich hat mein Mann vorher ordentlich am Niva rumgewerkelt, dass wir auch schön nach Island fahren können. Denn Island heißt nicht nur schöne, asphaltierte Straßen bzw. man fährt auf die A7 und fährt man schön geradeaus durch – nein. Island heißt auch Abenteuer, Hochland, Gelände, Furten, Steine, Schotterpisten. Und okay, auch ein bisschen Asphalt.
Ähm, ja, wo war ich. Genau, am 11.08., der so startete, wie ein erster Urlaubstag immer starten soll – mit einem halben Tag im Büro für mich und letzten Vorbereitungen durch den lieben Schatz daheim. Schließlich war es um ca. 13:00 Uhr soweit: Es ging los. Und so sieht unser fahrbarer Untersatz aus:
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Wohlgemerkt vollgepackt bis unters Dach. Jede Ritze (also, jede im Auto) wurde vollgestopft mit Klopapierrollen, kleinen Mülltütchen, Ersatzteilen,… was man sich nur so vorstellen kann
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Und so ging es los: 1000 km gen Norden. Und wer jetzt denkt, dass in dem Lada Niva doch ein kleiner Porsche steckt, der es uns doch irgendwie ermöglicht, doch etwas schneller als 90km/h von A nach B zu kommen, der…irrt 🙂 Jap, genau. Mit maximal 90km/h tuckerten wir gemütlich bis ganz in den Norden nach Dänemark. Nämlich nach Hirtshals. „Ehm, Krissy… wart ihr da nicht schon mal irgendwie?“ Genau, letztes Jahr, als wir nach Norwegen gefahren sind. Nur konnten wir damals mit Audi-Anhänger-Gespann doch mal 120 km/h fahren, wenn die Autobahn frei war 95km/h fahren. So, wie gesagt, wir tuckerten unserem Ziel entgegen. Die Deadline war Dienstag morgens um 08:30 Uhr zum Check-In. So, machbar. Also klar, machbar. Wäre da nicht die Tatsache, dass man in Hamburg erst die Hälfte der Strecke geschafft hat. Also, ca. 500km von uns entfernt. Und dann nochmal den ganzen Rotz durch durch Dänemark. Und glaubt mir: Landschaftstechnisch und so von der Autobahn her, ist Dänemark das mit Abstand langweiligste Land, dass man sich vorstellen kann. Gut, noch dazu, wenn es dunkel ist. Aber echt, Dänemark ist scheiße zum Durchfahren und ich hab dieses Land noch nie wirklich wach erlebt 😉 Ziemlich geschlaucht und mit windschutzscheiben-förmigen Augen kamen wir schließlich (auch mit einigen Schlafpausen) doch in Hirtshals an. Und wurden dafür gleich mit dem Sonnenaufgang am Meer belohnt:
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Wir checkten nun also ein und warteten, bis die Fähre kam. So, man erwartet ja doch ein kleines Bötchen, was einen ganz gut übers Wasser bringt. Vor uns sahen wir nun das Flagschiff der färischen (färörischen? Wie heißt das denn? Also, der Sitz ist auf den Färörinseln) Reederei „Smyril-Line“, das Schiff Norröna.
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Jap, groß das Ding. 800 Autos passen da drauf und ca. 1500 Passagiere. Gut, ist ja immerhin ne kleine Kreuzfahrt. Und auch hier gibt es verschiedene Restaurants auf dem Schiff, ne Spielhalle für Kinder, Swimming Pools, ein Kino,… So bezogen wir gleich unser Hotelzimmerähnliches Domizil auf dem Bötchen, mit kleiner Sitzecke, Bad und sogar nem Obstkorb 🙂 Uuund ner Dolce Gusto.
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Die nächsten Tage auf See verliefen bei uns ganz gechillt. Eigentlich. Aber…die See meinte es am ersten Tag nicht wirklich gut mit uns und das Schiff hat geschaukelt, das glaubt ihr nicht. Gerade laufen war nicht wirklich. Im Bett liegen – joa war auch so ein kleines Hin- und Hergeschwanke. Also, ich bin echt froh, dass wir nicht seekrank sind, sonst hätten wir nur mit grünem Gesicht über der Rehling gelehnt.

Dann, am 14.08. war es endlich soweit: Die isländische Küste lag vor uns
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Die Autos fuhren nacheinander raus und wir wurden gleich von einem Isländer (einem Angestellten des Hafens oder so) mit den Worten begrüßt „Nice car, my friend“. Und ja, wir sind mit unserem Niva wirklich aufgefallen. Der war so ne richtig kleine Berühmtheit und ich glaube, der ist auch auf ein paar anderen Urlaubsfotos drauf 😉
Es ging also los und endlich, endlich sahen wir wieder diese atemberaubende Landschaft vor uns, die uns letztes Mal schon so fasziniert hatte
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So standen wir nun bei einer kurzen Hot-Dog-Pause und fragten uns, was wir machen könnten. Unser Entschluss war schnell gefasst: Ab ins Hochland und ab ins Gelände. Asphaltierte Straßen hatten wir ja auf dem Weg hier hin genug. So ging es ab ins Hochland in immer wieder bizarrere Landschaften
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Das Hochland ansich ist eigentlich ganz easy zu beschreiben: Meist unendlich weite Plateaus mit…nichts. Keinem Haus, kein Baum, nichts. Lebensfeindlich ohne Ende.
Aber doch immer wieder anders. Mal Sand, mal Berge, mal auch Wiesenabschnitte und auch: Flüsse, die man durchqueren musste. Und hier sagte schon vorher ein Mahnmal: Leute, passt auf:
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Das Gefährliche bei Furten ist nicht mal unbedingt die Tiefe. Wenn man ein Geländefahrzeug hat, dann hat dieses auch eine gewisse Wattiefe, mit der man den Fluss z.B. bis zum Beginn der Türen (von unten) gefahrlos durchqueren kann. Das Tückische ist aber mehr: Sind irgendwo große Steine im Fluss, an denen man hängen bleiben kann? Oder ist der Boden an einer Stelle plötzlich tiefer und sinkt man ein? Um diesen Gefahren aus dem Weg zu gehen, hat mein Mann sich extra eine Wathose zugelegt, mit der er eben den Fluss kurz durchgewatet ist. Problem an einer nassen Wathose und einem knallevollen Niva: Wohin dann mit der nassen Hose? Aber auch hier kann man ja kreativ sein. Auch, wenn man evtl. von hinten denken könnte, dass man gerade ein Opfer der Mafia transportieren muss
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Es ging weiter in Richtung Askja, einem stillen Vulkankrater mit See. Wundervoll anzusehen – auch wenn der Weg etwas anspruchsvoller ist. Es ging durch ein Lavafeld, bei dem einem einfach nur der Atem stockt bis hin zu Bergen mit unglaublich schönen Musterungen
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Schließlich kamen wir an einem Campingplatz mitten im Nirgendwo an, wo wir unser Domizil einrichteten. Das sah dann so aus
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Belohnt wurden wir außerdem mit einem Ausblick auf den fantastischen und über 8000km² km großen Gletscher Vatnajöküll, der ja auch schön durch die deutschen Medien geht (der Vulkan, der gerade rummuckt, ist im Gletschergebiet des Vatnajöküll)
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Doch eine Sache war komisch: Immer wieder schwankte es so leicht. Wie, als ob man sich zu schnell dreht und es ganz kurz schwankt. Wir dachten erst, wir wären von dem vielen Schiffgeschaukel etwas paranoid – aber beide gleichzeitig paranoid? Gut, in unserem Fall vielleicht sogar auch möglich. Aber doch eher unwahrscheinlich. Ich nehme jetzt schon mal das Ende vorweg: Wir waren im Gebiet der Askja, welches sich ca. 15km nördlich von der jetzigen Eruptionsstelle des Vulkans befindet. Dementsprechend waren das keine Paranoia, sondern tatsächlich leichte Erdbeben bzw. seismische Aktivitäten, die wir dort gespürt hatten. Ich weiß, das hört sich jetzt eigentlich nicht halb so schlimm an mit meiner Erklärung. Aber gebt euch mal das Szenario, wenn jemand nach unserem Urlaub fragt und ich antworte ganz James-Bond-mäßig „Hach ja, unser Urlaub. Geil war’s. Gut, wir hatten halt ein Erdbeben…“. Krasse Sache, gell? 🙂 Aber später erzähle ich euch noch mehr dazu.

So ging unser erster Tag in Island hundemüde, aber überglücklich zu Ende und wir konnten den Rest unseres Island-Roadtrips kaum erwarten 🙂

…to be continued… ich weiß nicht wann, wahrscheinlich erst übernächste Woche, da wir jetzt am Mittwoch mit der Fähre wieder zurück in die Heimat fahren. Aber auf jeden Fall geht es weiter. Ihr habt ja Geduld, ne? 🙂

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