mal nachgedacht

Der Topf und der Deckel

Eigentlich find ich dieses Zusammenspiel total bescheuert. Weil daraus werden dann so tolle Ableitungen gemacht wie „Scheiße, ich bin aber ein Wok“. Ha, ha, ha.

Aber die Frage ist interessant: Wie ist das denn eigentlich? Wie findet man denn seinen Deckel? Und wie merkt man, dass der Deckel passend ist?

Ich glaube, das ist im Grunde ganz wissenschaftlich und analytisch begründbar (oh kacke…ich glaube ich stapel grad zu hoch mit meinem Versuch).
Es ist ja so: Person A trifft Person B. Und man fühlt sich zu der anderen Person irgendwie hingezogen, oder eben nicht.
Ah, kurzer Zwischeneinwand: Wenn ich jetzt Mails bekomme mit „Aber Krissy, es zählen doch nur die inneren Werte“. Ach Bitte! Irgendwas muss das Gegenüber ja haben, was euch anzieht. Irgendwas gefällt euch vom Äußeren doch immer. Oder geht ihr wirklich zu jeder Person hin, auch wenn sie noch so sehr eurem Geschmack widerspricht, und ihr sagt „Hey du. Du siehst zwar echt kacke aus, aber ich glaub, deine inneren Werte sind toll“. Hm? Mal so Hand aufs Herz? Ja, das mag sich alles oberflächlich anhören. Ist es auch – aber es nun mal der erste Eindruck und den kann ich, ohne das jegliche Gespräche stattgefunden haben, nur vom ersten optischen Eindruck her bilden. Und selbstverständlich ist das oberflächlich, denn: Man sieht nur die Oberfläche, also das Optische. An dem Rest will man ja noch kratzen, gelle?
So, weiter geht’s:
Also, wir gehen mal davon aus, dass Person A und Person B sich sehr sympathisch und interessant finden. Es folgt also ein Kennenlernen, woraus im Idealfall dann eine kleine Schwärmerei. Im Idealfall entsteht darauf wiederum ein Verliebtsein. Und das finde ich sehr, sehr trügerisch. Versteht mich nicht falsch: Verliebtsein ist toll. Dieses Gefühl ständig zu schweben, diese Nervosität bei jedem Treffen, bei jedem Anruf, bei jeder SMS,… das ist wirklich toll. Aber eben auch trügerisch.

„Häää?? Wat??“ Ja, genau. Das Problem ist hier: Das Verliebsein täuscht alle Sinne. Ich nenne sie mal die ‚Vernunftssinne‘. Die ersten Monate ist es sicherlich so, dass der Partner unglaublich toll ist. Man liebt einfach alles und man könnte tagelang nur vom Partner schwärmen. Und selbstverständlich ist der Partner in der Zeit der absolute Traumpartner. Man erkennt jede Eigenschaft, die einem immer so wichtig am Partner war, wieder und ist überglücklich, endlich jemanden an seiner Seite zu haben.
Nur da beginnt das Problem: Ich denke, man pickt sich einfach seine Traumeigenschaften raus und projiziert sie auf den Partner. Kann ja durchaus sein, dass der Partner die Eigenschaften auch mitbringt. Aber das kristallisiert sich erst die nächsten Monate, wenn nicht sogar Jahre, heraus. Und hier beginnt oft das böse Erwachen bei vielen Paaren, die nach ein paar Monaten Beziehungen heiraten. „Es passt alles sooo perfekt“. Jaaaaa, genau. Wie bei 95% aller anderen Paare in dieser Zeit 😉 Ich glaube, man lernt einen Partner so richtig erst nach Jahren kennen und auch dann erst, wenn man zusammen lebt. Wenn man merkt, dass der Partner auch menschliche Bedürfnisse hat. Mal Hand aufs Herz: Jeder Partner lässt mal einen fahren und ich weiß, das zu entdecken war bestimmt ein ganz fürchterlicher Schock für alle 🙂 Aber so ist es nun mal: Der Partner ist auch nur ein Mensch und hat auch dieselben Ausscheidungen wie wir. So entdeckt man dies auch, wenn man mal ins Bad geht und fast umfällt, weil der Partner am Tag davor nen Pott Chili con Carne gegessen hat und vergessen hat das Fenster zu öffnen. Total normal 🙂 Aber diese Sachen werden einfach ausgeblendet und somit kann man auch einfach nicht abschätzen, ob es wirklich so passt, wie man denkt.

Jeder Mensch hat Macken. Sehr viele. Und ich sogar unzählbar viele. Genauso auch, wie mein Mann. Trotzdem oder auch gerade wegen dieser Macken liebe ich ihn so sehr, dass man es nicht in Worte fassen kann. Ich weiß von ihm und er weiß von mir, dass wir eben auch Menschen mit den o.g. Eigenschaften sind wie jeder andere auch 😉 Natürlich wusste ich auch ziemlich schnell, dass er etwas ganz besonderes ist. Wir hatten so unglaublich viele Gemeinsamkeiten und hatten dieselbe Vorstellung vom Leben. Und so entwickelte sich mit der Zeit eben auch die große Liebe. Aber auch diese Faktoren sind noch lange nicht alles. Mein Mann ist die Person in meinem Leben, der ich alles anvertraue, die mich am Besten kennt. Er ist nicht nur mein Mann, sondern auch mein bester Freund, mein Seelenverwandter und der Teil, der mich komplett macht. Er ist für mich so viel mehr als einfach nur ein Partner. Und ich denke, das kann man erst nach einer gewissen Zeit feststellen.
Und um den Kreis zu schließen (oder mehr so Rechteck, Raute, Trapez…irgendwas, aber nix rundes ;)): Auch wir hatten ein besonderes Kennenlernen mit der typischen Schwärmerei, Verliebtheit bis hin zur großen Liebe. Wir hatten unglaubliches Glück und vielleicht ist es auch eine Art Schicksal, dass wir uns so früh gefunden hatten und somit gleich unser gemeinsames Leben planen können. Auf jeden Fall hoffe und denke ich, dass es tatsächlich für jeden Menschen den Deckel das passende Gegenstück gibt 😉

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2 thoughts on “Der Topf und der Deckel”

  1. Ach, das hast du schön gesagt. 🙂 Ich hab mal so einen Spruch gehört: „Man kommt zusammen wegen der äußeren Werte und man bleibt zusammen wegen der inneren Werte. Ich glaube das ist ganz passend.

    1. Oooh der Spruch ist toll. Mit sehr viel Wahrheit!
      …wobei ich die äußeren Werte von meinem Mann auch durchaus zu schätzen weiß 🙂 🙂

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