♥just love♥

Und so? 6 Monate danach?

Die Frage habe ich heute gestellt bekommen. Na gut, ist eigentlich keine Frage. Mehr so ein hingekotzter Versuch, eine Konversation anzufangen finde ich. Wär genauso, als wenn ich mich hinstelle und sage „Und so? Brot von gestern?“. Ne? Macht wenig Sinn 😉
Ich hab dann erstmal verdutzt geantwortet und gemeint „Äh…was solln da gewesen sein?“ Bis mir im gleichen Moment auch eingefallen ist: Stimmt, da war ja was 😉
(zu meiner Verteidigung: Mal ehrlich, da muss man doch wirklich erstmal nachdenken).

Ich wusste gar nicht so wirklich, worauf der Fragesteller hinauswollte. Hat man meinem blöden Nixchecker-Gesichtsausdruck wohl auch angemerkt 🙂 „Ja, die Hochzeit. Jetzt ist es ja schon sooo lange her!“ Öhm…joa. So ähnlich war dann wohl meine Antwort. Genauso nixcheckermäßig. Um ehrlich zu sein, ich wusste gar nicht so wirklich, was ich da jetzt antworten soll. Was? Wie so? Und wie so 6 Monate danach? Was erwarten die Leute denn?
-‚Och naja, ist halt so wie es ist. Man merkt halt erst hinterher, in was für ne Scheiße man sich geritten hat‘
-‚Es ist ja alles soooo toll und mein Mann ist soooo lieb und es ist alles vieeeeel sooooo toller als vorher‘
-‚Hochzeit war kacke, Ehe ist kacke…‘
-oder doch eher das berühmte ‚Ääähm…. hungrig? durstig?‘
….komisch, da eine Antwort zu finden.

Sagen wir es mal so: Es ist nicht so, dass sich mit einer Hochzeit so überhaupt nix ändert. Bei mir war es schon alleine die Tatsache, dass ich den Namen meines Mannes trage. Das ist schon mal eine Umgewöhnung und ich habe schon die dollsten Namenskombinationen von meinem Geburts- und meinem jetzigen Namen hinbekommen (stellt euch mal vor: Ihr habt vorher „Groß“ gehießen und heißt jetzt „Köttel“… Großköttel…muhahaha).
Weiter ging es dann doch mit dem „Schweben“ ein paar Wochen danach, bis die erste Euphorie mit den Hochzeitsfotos so langsam verfliegt. Bis die ersten Male „Mein Freu…ah…mein Mann“ passiert sind und man dann immer wieder merkt „Ha, wie cool. Bin ja verheiratet“. Mittlerweile kommt mir „mein Mann“ sehr leicht über die Lippen und mir passieren auch keine schrägen Namenskombis mehr. Ich bin zwar natürlich nach wie vor sehr stolz, wenn mein Mann von ’seiner Frau‘ berichtet und ich von ‚meinem Mann‘ sprechen kann. Das ist nach außen hin irgendwie schon anders.
Aber: Wie so alles schleicht sich auch die Gewohnheit irgendwann ein. Da ist immer noch ein tolles Gefühl, wenn ich an unsere Hochzeit denke und an all die schönen Momente. Aber das ist eben doch vergänglich.

Schnell ist der Ehealltag da, der sich so gar nicht vom normalen ‚Beziehungsalltag‘ unterscheiden will. Und bevor die Gerüchteküche brodelt ;): Das meine ich ausschließlich positiv! Ein Alltag ist etwas tolles. Immer wird geschimpft, dass der Alltag da ist. Aber ich finde es toll, dass ich jeden Tag mit meinem Mann aufwachen kann, ihn immer anschauen kann, wenn er nach meinem „Schatz. Komm, wir müssen aufstehen“ innerhalb von 0,00000698 Sekunden wieder einschläft. Es ist toll zu wissen, dass ich mich bei ihm ausheulen kann, wenn der Tag super kacke war oder ihm sagen kann, wenn etwas tolles passiert ist. Oder wir die Frage „Wie war dein Tag?“ mit einem einfachen „Nix besonderes“ abhaken können und stattdessen von unserer Zukunft sprechen. Oder Dingen, wie wir sie sehen oder sonst irgendwelchen Themen. Und das alles mit dem Wissen, dass man sich zu 100% aufeinander verlassen kann und einfach man selbst ist, wenn man mit dem Partner zusammen ist. Meinem Mann ist es total egal, ob ich in schickem Ausgehoutfit oder in Gammelhose, ungeschminkt und mit meiner ollen gestreiften Unnerbux vor ihm stehe. Und das ist doch toll! Die Anfangszeit einer Beziehung ist nämlich einerseits schön, wenn man diese Tausenden Schmetterlinge im Bauch hat – aber auch wahnsinnig anstrengend. Ständig muss man schauen, dass man auch bloß top gestyled ist, der BH muss zur Unnerbux passen, und WEHE es bildet sich ein Pickel auf der Nase. Baaah, ätzend! Dann lieber nen schönen Gammelalltag und einen Mann an seiner Seite, der einem trotzdem noch einen Kuss gibt, oder? 😉

Kurzum: 6 Monate Ehe sind wundervoll, aber das waren wir vorher auch schon zusammen. Meine Antwort war daher: „Es ist auch nicht anders als vorher. Aber das muss nicht immer was Schlechtes heißen“. Und mit verwunderten Augen war dann das Gespräch beendet. Wobei ich eher glaube, dass es daran liegt, dass ich ihr den Roman erzählt hätte, den ich hier geschrieben habe… Man kennt mich wohl doch ein bisschen 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s