Erfahrungen

Bride-Two-Face

Kennt ihr den Two-Face von Batman? Nein? Schaut mal…ah, wartet, noch nicht klicken. Aber Achtung (gilt für allem für Mütter, die ihre minderjährigen Kinder meinen Horrorblog lesen lassen…soll’s geben)! Erst Warnung: Böses Bild. Bereit? Ja? Na gut, dann schaut hier. Iiiiiih, gell? So, und das seid IHR. ‚Äääh Hallooooooo? Wat solln das jetzt?‘. Berechtige, beleidigte Frage. Aber wartet ab, Rechtfertigung folgt noch 😉

Es ist nämlich so: Nach 5 Monaten post-bridaler Zeit kann ich sagen: Ich war echt anders bei den Vorbereitungen. An dem Brautmonsterchen ist tatsächlich was dran. Deswegen auch Two-Face: Jetzt bin ich die nette, menschliche Seite. Vorher war ich die abgebrannte hässliche. Nur war ich besser geschminkt und auch meine Frisur war deutlich besser. Hoffe ich zumindest. Wie hätte ich denn sonst ausgesehen? Ich mein…öhm…ich schweife ab. Also:
Ich weiß selbst, wie man sich vor der Hochzeit fühlt. Man verliert sich in 1000 Kleinigkeiten, man will auch diese 1000 Kleinigkeiten an der Hochzeit haben, weil: Sonst wird ja alles doof. Man sucht ewig nach dem perfekten Kleid, der perfekten Frisur, dem perfekten Schmuck, den perfekten Schuhen, der perfekten Unterwäsche (ihr wisst ja: Die solltet ihr bei der Anprobe auch bitte anhaben, sonst ergeht es euch wie mir mit dem Schlüppi – übrigens, danke der Nachfrage. Er existiert noch und wird immer angezogen, wenn ich meinen Mann verführen will!)…wo war ich…genau, man sucht die perfekte Deko, den perfekten Tanz,… kurzum: Man plant den perfekten Tag. Also, nicht, dass ich jeden niedermachen will, der das getan hat – überhaupt nicht. Ich war ja selbst nicht anders und wir hatten echt nen verdammt geilen Hochzeitstag 😉 Nur sieht man das, nachdem man von der rosaroten Hochzeitswolke in den normalen Alltag fällt, etwas anders. Klar, die Mühe lohnt sich. Der Tag war super. Nur: Das Wichtigste ist trotz allem, dass man seinen Traummann heiratet. Alles drumherum trägt zum schönen Tag bei – aber das ist so die Hauptsache. Und wenn ich so richtig etwas ändern könnte, dann wäre es die Tatsache, dass ich viel mehr Zeit mit meinem Mann verbracht hätte. Und das, obwohl wir verhältnismäßig gesehen wohl sehr viel Zeit am Tag miteinander hatten: Wir sind alleine in einem Auto gefahren, haben vorher die Fotos gemacht und haben uns sehr viele Knutschmomente gestohlen 😉 Trotzdem gab es viele Zeiten, wo mein Mann bei den Gästen war und mal angestoßen hat, während ich mit meinen Mädels auf der Tanzfläche abgerockt habe 😉 War nicht falsch, ganz und gar nicht. Aber man vergisst einfach, dass man gerade einen ganz tollen Tag hat – und das nur aus dem Anlass, dass man eben heiratet. Nicht schlimm, natürlich nicht. Aber so ein bisschen mehr Zeit miteinander wäre doch schön gewesen.

Und die Frage, ob sich das alles lohnt: Schon irgendwie. Aber mein Mann hat es gestern ganz gut auf den Punkt gebracht „Krass. Man wacht am nächsten Morgen auf und fragt sich, wie viel Kohle man eigentlich für was auf den Kopf gehauen hat“ (was übrigens bei der Wiederholung von „4 Hochzeiten und eine Traumreise kam“, welche mein Mann ausschließlich mir zuliebe höchst freiwillig mit mir geschaut hat). Ich denke, mit dem heutigen Wissen, würde ich vieles lockerer sehen. Ich denke zwar, dass ich verhältnismäßig (Betonung bitte auf ‚verhältnismäßig‘-wäre das mein Normalzustand, müsste ich stündliche Drogentests machen) normal war, aber trotzdem – so ganz normal getickt hab ich nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Nervenzusammenbruch erleide, weil der Perlendraht nicht mehr für das letzte Dekoglas reicht, ist doch nach heutiger Sicht relativ gering. Aber fragt mal, wie es einen Tag vor der Hochzeit war. Baaaah…dass vor Wut kein Feuer aus dem Hintern gesprüht ist, war echt alles. Oder dass man stundenlang, ach was, MONATELANG nach der perfekten Frisur geschaut hab, nur um dann festzustellen, dass die Frisöse doch was ganz eigenes gemacht hab…(wobei ich heute eine andere Frisur wählen würde – so ganz ohne monatelanges googeln)…also, nicht dass ihr denkt, dass ICH so war. Das sind alles nur komische Gerüchte die man da so irgendwo hört (bööööser Trugschluss, dass man denkt, dass man ja nieeee so war. Man war ja gaaaaaaanz normal. So normal wie ein Rhinozeros mit  Bauchnabelpiercing, welches immer um 12:00 Uhr Mittags YMCA tanzt!)

So kurzum: man (also, wie gesagt: NICHT ich, weil ich war total normal) sieht alles etwas lockerer und alles etwas ’sinnvoller‘. Man fragt sich, warum man eigentlich so lange überlegt hat, welche Musik man zum Torteneinzug nimmt. Total krank, oder? Mal so objektiv betrachtet 😉 Oder auch die Serviettenfalttechnik. Klar, die ganze Tischdeko ist im Eimer, wenn die Serviette nicht in Fächerform da liegt. Und überhaupt, ohne den apicotfarbenen Schlupp drumrum wäre das ja eh voll für die Katz gewesen. Und wenn alles nicht im gleichen Farbton ist, dann ist eh die ganze Hochzeit voll fürn Appel, weil was bitte nutzt mir ein toller Mann, wenn die Kerzen, die Servietten und die Getränkekarten nicht in einer Farbe sind?! UN-DENK-BAR 😉 Haach, ja. Brautdenken. Das meinte ich mit „Two Face“. Man ist wirklich etwas…nun ja… geisteskrank. Aber: Man wird auch wieder normal 😉

Und meine Lieben: Ich bin überzeugt davon, dass ihr deutlich hübschere Two-Faces seid. Und wenn nicht: Abdeckpuder richtet’s schon!

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2 thoughts on “Bride-Two-Face”

  1. Liebe Krissy,

    ich bin schon seit etwa einem halben Jahr dabei, deinen Blog zu lesen und habe deine Entwicklung dabei still beobachtet.^^ In der Zwischenzeit habe ich auch selber im August geheiratet.
    Jetzt will ich kurz meinen Senf dazugeben: Du hast Recht! Ich dachte auch paar Tage nach der Hochzeit, dass ich mehr Zeit hätte mit meinem Hasen verbringen sollen! Es war für mich einfach nicht genug… *mental-schmachtend-an-seinem-Arm-häng* Und die Sache mit Two-Face… da ist aufjedenfall auch bei mir was dran! 😉

    Liebe Grüße,
    Byllchen

    1. Hey Byllchen,
      erstmal herzlichen Glückwunsch nachträgich zur Hochzeit 😉 Und schön, dass ich nicht die einzie mit dem Two-Face-Gedanken bin. Dafür ist das Ehefrauengesicht umso schöner 🙂

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