Krissy on Tour

Norwegen – der wirklich letzte Teil ;)

Na, könnt ihr noch? Jaja, ich weiß. Langer Bericht. Aber wir haben’s gleich geschafft. Und danach bekommt jeder ne 1 im Erdkundereferat über Norwegen. Oder so. Also, gehen wir mit Schwung in den letzten Teil der fantastischen Norwegenreise 😉

Begonnen hat der Donnerstag…nennen wir’s mal…hochmotiviert, genau 🙂
Wir fuhren also los und naja, der bedeckte Himmel ließ nichts gutes verheißen. Nun gut, wir sind trotzdem auf unsere Stammfähre gefahren, um zu tanken (wie gesagt – Route nach LPG-Tankstellen). Mittendrin fand folgende Konversation statt:
Schatz: „Du, Schatz?“
Ich: „Ja?“
S: „Irgendwie hab ich keinen Bock heute“
I: „Gott sei Dank! Ich auch nicht“
S: „Fahren wir tanken, dann zurück auf den Campingplatz und gammeln?“
S: „Ja bitte“ 🙂
Ich seh euch schon die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: ‚Wieeee? Die fahren nach Norwegen um dann dort zu gammeln? Hallo?‘ Jap, haben wir. Und es war soooo toll.
Wir haben wirklich nur rumgegammelt und die Highlights des Tages waren:
-aus dem Zelt rauskrabbeln und essen
-aus dem Zelt rauskrabbeln und duschen
-sehr widerwillig aus dem Zelt rauskrabbeln und aufs Klo gehen (nicht, dass ich beim Duschen motivierter war… aber die Aussicht auf frisch geputzte Duschkabinen war einfach sehr verlockend)
Zwischendrin haben wir unsere Shisha auf den Boden gestellt, den Schlauch ins Zelt gehalten (das hört sich pervers an, wenn man nur den zweiten Teil liest, oder?) und dann im Dachzelt Shisha gequalmt. Hach, was ein toller Tag.
Spruch des Tages war übrigens folgende Konversation:
Also, erstmal zum Hintergrund: In Norwegen gibt es das mitunter beste Eis überhaupt – eine Eiswaffel mit Daim-Stückchen (ich lieeebe Daim!) mit Schokomantel. Soooo lecker! Das Kiosk auf dem Platz hatte auch dieses Eis. Es war zwar ziemlich kalt (vielleicht so 15°C? halt sehr feucht), aber wir wollten dieses Eis. Also bin ich vor:
Ich: „Two Daim-Ice, please“
Verkäuferin: „Oh… not cold enough today?“ 🙂 🙂 🙂

(nur für die Unterlagen. Natürlich haben wir das Rumgegammel im Zelt noch genutzt. Wir haben nämlich so richtig…ähm….so…ja….Tee getrunken 🙂

Öhm, ja, ich lenke mal ab – wir kommen zum Freitag, dem letzten vollen Reisetag.
Aufgrund der Fährenverbindung konnten wir nicht auf dem Campingplatz bleiben. Warum? Weil unsere Fähre von Kristiansand um 08:30 Uhr ablegen sollte und um 07:30 Uhr erst unsere Fähre ging, um überhaupt auf die Route nach Kristiansand zu kommen. Wäre eng geworden 😉
Also haben wir beschlossen, dass wir das Jedermannsrecht in Norwegen nun beanspruchen. Heißt: Umfeldfreundliches Campen und Übernachten egal wo. Man muss nur 150m von privaten Häusern weg sein und darf nicht auf Privatgrundstück übernachten. Sollte ja machbar sein.
Nachdem wir alles zusammengepackt haben ging es nun endlich los. Auf der Fahrt fragten wir uns teilweise, was genau da lang gefahren ist: Die Darsteller aus Tokio Drift? Oder ist hier ne ehemalige Gokart-Bahn? Oder sind die einfach nur psychopathisch?
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Es ging nun an die Übernachtungssuche. Rund um eine norwegische Großstadt nicht so ganz einfach. Schließlich haben wir aber doch noch ein wundervolles Plätzchen gefunden – direkt an einem wunder-wunderschönen See.
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Aber die Norweger sind echt krass: Ich weiß, der norwegische Sommer war da. Nixdestotrotz hatten wir es ja gegen Abend und ich schätze um die 15°C. Gut, ich weiß – man könnte es ja für übertrieben halten, dass ich mit Mütze und Winterjacke da saß – aber mindestens genauso krass waren die Norweger drauf: Wir haben nämlich tatsächlich 2 Personen gesehen, die in den See gegangen sind und geschwommen sind. Und glaubt mir: Der war RICHTIG kalt. Brrrrr…. da friert’s mich jetzt noch, wenn ich dran denk.

Mit der schönen Einsamkeit war es dann aber auch vorbei: Zackzackzack – auf einmal 5 Autos auf dem Parkplatz, allesamt vollgepackt. Eltern mit ihren Kiddies stiegen aus, packten alle Sachen aus dem Auto, marschierten in Richtung Wald und so schnell sie ankamen – so schnell waren sie auch wieder weg. Und wenn ihr jetzt denkt ‚Booooh Krissy, jetzt komm halt mal zum Punkt. Was interessiert uns der unwichtige Kram?’…wartet mal ab 😉
Also, wie gesagt, die Leute waren allesamt (übrigens auch alle in Shirt und Shorts…ich betone nochmal: ich in Mütze und Winterjacke!) wieder weg. Auf einmal kam ein VW-Bus angefahren mit nem Wohnanhänger. Och nöööö…wir wollten Einsamkeit, hallo? 5 Personen kamen raus und ich hab mich schon gefragt, wie die bitte alle im Wohnwagen schlafen wollten. Die Lösung war einfach: Es blieben nur 2 da 😉 Der Wohnwagen wurde abgestellt und die Tochter (ca. 15 Jahre alt) blieb mit ihrem Freund im Wohnwagen zurück. Ne saugeile Aktion, oder? Zum Pimpern abgeschoben 🙂

Da wir am nächsten Tag ja relativ früh aufstehen mussten, sind wir dann ins Zelt gegangen. Sehr zu unserer Freude kamen die Wandersleute wieder an – im Dunkeln natürlich mit Taschenlampen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass diese uns doch etwas überraschten beim…äh….Tee trinken, genau! Ich mein, jeder will doch in Ruhe mal nen Tee trinken, oder? Tz…
Des Nachts wurden wir nochmal von einem startenden Düsenjet direkt neben dem Zelt einem sehr, sehr, sehr lauten Motorradfahrer, der vorbeipreschte, geweckt. Sehr nett!
Am nächsten Morgen klingelte unser Wecker, wir wachten auf…um dann schließlich festzustellen, dass es regnete. Super! Das Zelt muss zusammengeklappt werden und so ganz klatschnass wollten wir es nicht mitnehmen – also mitnehmen schon, nur halt trocken 🙂 Da kein Föhn, keine Steckdose oder ein Heizlüfter vorhanden war (ach stopp…einen Heizlüfter hatten wir sogar dabei ;)) und es zudem auch noch durch den Regen dann doch keine gute Idee war, klappten wir alles so zusammen. Ist halt so, was soll man machen? Aber es ist tatsächlich sehr interessant: Jedes Mal beim Campen sind unsere Sachen nass. Das Timing ist zum Abbau immer perfekt mit dem Regen 😉

Wir kamen also endlich beim Fährhafen in Kristiansand an und mussten erstmal mit allen anderen im Check-In warten. Eine halbe Stunde vor unserer flotten Fähre ist nämlich noch eine andere abgelegt und da mussten natürlich auch alle einchecken.
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Dann hieß es „Line 19“ zum Anstellen. Na gut – aber irgendwie ist das total chaotisch hier. Bei der Hinfahrt ab Hirtshals wurden wir in eine separate Schlange für Anhänger geparkt. Hier war alles kreuz und quer. Hm, komisch. Nun gut, die werden sich schon was dabei denken. So zumindest unsere erste Vermutung.
Endlich: Unsere Schlange fuhr an – nur bei uns wurde wieder gestoppt. Super! Auf einmal kam eine Frau (die uns beim Check-In auch abgefertigt hatte) zu uns ans Fenster und bat uns, zur Seite zu fahren und zu warten, damit alle anderen hinter uns fahren konnten. Hm, zähneknirschend sind wir also ran gefahren. Und zum Schluss standen dort 4 Anhänger, die einfach so blöd rumstanden. Der Platz mit den Schlangen war mittlerweile gähnend leer und mittlerweile war auch kein Einweiser mehr da, der den Autos das Kommando zum Fahren gab. Oh Maaaaan…
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Aber immerhin: Wir konnten doch noch auf die Fähre. Aber leider so ziemlich als letztes, sodass wir keinen einzelnen Tisch mehr im Restaurant hatten. Dafür hab ich 3x so viel gegessen, wie ich konnte, SO! 🙂
Wir kamen wieder am Fährhafen an und damit endete unsere Norwegenreise…
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…fast…. Zumindest durften wir noch eine Stunde im Stau stehen. Freuuuuude, wenn man einfach nur nach Hause möchte. Nach etwas über 14 Stunden Fahrt kamen wir dann erschöpft nach Hause und waren einfach nur überglücklich, endlich ins Bett zu fallen.
…und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute 🙂

THE END!

…nein? Noch kein Ende? Na gut, dann bekommt ihr hier noch unser Resümee über Norwegen:
Norwegen ist wirklich ein landschaftlich ganz wundervolles Land. Gerade Wanderer, Radfahrer und Angler kommen hier bestimmt total auf ihre Kosten. Aber auch Cabriorumcruiser haben hier wirklich, wirklich viel Spaß und Freude. Ich glaube aber auch, dass vor allem die Bergsteiger und Kraxler hier viel Spaß haben werden. Gerade Preikestolen und viele, viele Wasserfälle sind hier in der Region.
Norwegen ist neben schön aber vor allem eins: Teuer! Sehr teuer! Die Lebensmittel hier sind mit deutschen Preisen kaum zu vergleichen. Genauso auch wie der Sprit, der knapp 1,90 € pro Liter kostet. Dazu kommen noch viele Fahren mit Fähren und teilweise horrende Parkgebühren bei Attraktionen. Dazu kommt noch das verzwickte Mautsystem: Die Maut wird nämlich immer nur für bestimmte Strecken fällig. Man fährt durch eine Kontrolle durch und das Kennzeichen wird mittels Kameras erfasst. Ein paar Wochen/Monate später erreicht einen dann eine Rechnung mit den Mautgebühren. Schätzungsweise kommen hier auch nochmal ca. 200 Kronen (also 50 € – danke Schatz :-)) drauf.
Hotels und Campingplätze sind leider auch alles andere als günstig. Daher mein Tipp, vor allem beim Camping: Selbstverpflegung aus Deutschland!
Allerdings: Man fährt nicht nach Norwegen, weil einem der polnische Campingplatz zu teuer ist (gut, unsere litauischen Schrankenpreller mal ausgenommen). Das weiß man vorher und darauf kann/soll/muss man sich einstellen.

Nichtsdestotrotz ist Norwegen ein wundervolles Land. Und wir kommen wieder – das nächste Mal aber mit unserem Lada auf einer Tour zum Nordkap. Und dann machen wir auch die Lofoten unsicher. Denn das wirklich schöne an Norwegen ist die Ruhe und Einsamkeit. Und die hat man, wenn man sich irgendwo in die Pampa flaggt. Auch wenn man dann auf sanitäre Einrichtungen verzichten muss (was teilweise auch nicht schlimmer als der Campingplatz gewesen wäre ;)).

So, jetzt aber wirklich: THE END 😉

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1 thought on “Norwegen – der wirklich letzte Teil ;)”

  1. Hört sich nach einem gelungenem Urlaub an. 🙂 Bei den Autostreifen…. entweder wollte da jemand mal testen, ob er driften kann oder zu dolle sein Auto ausgetestet, wies beim Lenken reagiert. ^^ Auf jeden Fall Posergehabe, was da verewigt wurde.

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