Krissy on Tour

Norwegen – Part II

Preikestolen
Heute wird’s brenzlig, denn heute geht’s zum Preikestolen. Hier könnt ihr euch vorher nochmal kurz informieren, was denn der Preikestolen überhaupt ist. Kurz: Ne sauhohe Felskanzel in 600m Höhe. Wenn man diese Plattform erreicht, dann kann man fast 600m tief schauen – senkrecht! Natürlich steht da kein Lifta-Treppenlift, um die faulen Popöchen nach oben zu bringen (so wie ich es gerne hätte). Nein, da muss man durch. Und der Weg ist nicht ohne.

Eine der besten Entscheidungen war, dass wir uns am Donnerstag noch gescheite Wanderschuhe kauften. Die waren goldwert bei den spitzen Steinen etc. Seeehr gute Entscheidung, jaja!

Also, 07:00 Uhr morgens – los ging es zum Preikestolen. Hochmotiviert natürlich
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Ich habe mich vorher natürlich auch entsprechend informiert: Der Weg ganz nach oben soll ca. 2-3 Stunden dauern (einfach). Man muss immer schön den markierten roten „T“’s folgen. Und das erste Stück bzw. die erste Hälfte soll so mitunter am einfachsten sein. Fing auf jeden Fall schon mal vielversprechend an, denn es ging bergauf. Steil.
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Und das morgens um 7. Immerhin haben wir gut gefrühstückt und hatten genug Vorräte dabei (zu den Tipps dann später mehr). Gut, wir liefen also schnurstraks das Stückchen weiter…bis wir darauf stießen. Äh, ja, und nu?
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Wir sahen blöderweise ein „T“, also ist das wohl der Weg. Na das wird ja lustig. Also ging es über Stock und Stein (wobei Stein hier überwiegt) nach oben. Immerhin wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt:
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Und so ein bisschen Strecke hatten wir auch schon geschafft…wenn auch gefühlte 1000 Höhenmeter noch vor uns lagen
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Das besondere am Weg zum Preikestolen ist übrigens die ständige Fragen „Wie jetzt? DA lang?“. Und je unmöglicher und unwahrscheinlicher die Möglichkeit, jemals DA LANG zu gehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass man dort ein rotes „T“ findet und das wohl der richtige Weg ist. So auch hier
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Schön auf das „T“ achten 😉
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Gut, weiter ging’s. Wir kamen auf einem kleinen Plateau an und wieder mal hatten wir eine wundervolle Aussicht
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…bis wir hier landeten: Könnt ihr euch die Frage denken? Genau. DA LANG???
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UND DA LANG????
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Aaaaber: Wieder was geschafft. Wobei diese Tafeln als Motivation und gleichermaßen auch als Demotivation dienen. Im Sinne von „aach du sch…. noch soooo weit???“
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Immerhin lohnt der Aufstieg zwischendrin mit wundervollen Ausblicken.
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So, weiter ging’s:
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…bis wir vor der Entscheidung standen: „Cliff Trail“ (also: Weg am Abhang) oder „Hill Trail“ (Weg über Hügel). Gleich vorab: Wir haben beides gemacht. Den „Cliff Trail“ hin und den „Hill Trail“ zurück. Das Resümee ziehe ich später. Aber „Cliff Trail“ verhieß schon mal nix gutes. Abhang. Plus Krissy. Also, Krissy mit Höhenangst und überhaupt sehr, sehr viel Angst. Aber gut – da muss ich jetzt durch!
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Wie gesagt… Abhang. Cliff. Aaaaah!
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Nein, nicht genug. CLIFF! ABHANG! AAAAAAAH!
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Aaaaaaaaber: Der Stollen ist in Sichtkontakt. Gleiiiiich!
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Es soll ja auch sehr mutige Leute geben.. ich denke, ich brauch nicht erwähnen, dass nicht ich das bin (wobei ich auch nicht asiatischer Abstammung bin… und solche dünnen Beine hab ich mal gar nicht :-))
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Aber gut: Jetzt bin ich schon mal da oben… jetzt guck ich auch. Aber nur gaaaaanz kurz:
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Mein Mann war da deutlich mutiger 😉
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Aber die Aussicht… WOW!!!!
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Aber: Es ist STEIL! SEHR STEIL!
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So viel Mut und Kraft zum Aufstieg verlangt natürlich nach ner Stärkung. Während andere Müsliriegel oder Wurstbrote auspackten, hatten wir da was besseres im Angebot 😉 Leckeeeeer!
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Okay, nochmal gestärkt… jetzt Popobacken zusammenkneifen und da nochmal runtergucken. Wobei ich meinem Schatz natürlich den Vortritt ließ 😉
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Auch ich hab mich so langsam…gaaaaaaanz langsam nochmal vorgerobbt… Ihr könnt euch diesen Ausblick und dieses Adrenalin gar nicht vorstellen.
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Man schaut tatsächlich SENKRECHT runter. Das kommt auf den Bildern gar nicht so rüber, wie es war. Einfach unglaublich!
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So, Winke Winke, lieber Stollen. Bezwungen haben wir dich. Whroaaaaaaaah!
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Nun gut. Wenn man irgendwo hochklettert und man von der Aussicht und dem Erreichten schier überwältigt ist, gibt es aber auch einen Nachteil. Man muss nämlich wieder runter 😉 Wir entschieden uns nun also für den „Hill Trail“. Erstmal ging es also noch ein Stück Gekraxel hoch. Und ich bin geklettert wie so ne kleine Bergziege (bei der Anstrengung hab ich wahrscheinlich auch so gerochen!). Die Regel ist ja klar: Immer schön den „T“’s nach 😉
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Und uns erwartete nochmal eine wundervolle Aussicht:
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So, nun kommen wir zum „Cliff-Hill-Trail-Problem“ 😉 Der Cliff-Trail sieht natürlich schon krass aus. Man wandert am Abgrund entlang und das ist natürlich schon heftig. Der Hill-Trail allerdings ist nicht ohne. Man macht nochmal ganz ordentliche Höhenmeter, die man eben auch irgendwie wieder runterkommen muss. Von der Anstrengung her und für so ungeübte Faultiere wie uns war der Cliff-Trail wesentlich angenehmer. Der Hill-Trail ist dagegen doch etwas länger und wie gesagt: Ich hätte den Mist nicht hochklettern wollen 😉
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…wie gesagt: Man muss ALLES wieder runter.
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Aber: Auch wir waren irgendwann mal wieder unten 😉
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Belohnt haben wir uns anschließend noch mit einem sauteuren Hot Dog, ner sauteuren Cola und 2 sauteuren Eis.

Beim Rausfahren des Parkplatzes muss man aber ordentlich Parkgebühren bezahlen, wo man sich jedes Parkhaus jeder deutschen Großstadt herbeiwünscht: Umgerechnet ca. 12,50 € – und das bittschön auch in Münzen oder eben mit Kreditkarte. Bleibt bitte auch ganz lange stehen – es sei denn ihr habt ein Herz für diejenigen, die kein Geld für die Parkgebühren haben (sehr schlau dann nach Norwegen zu fahren). So erging es nämlich uns: Wir haben das Geld bezahlt, Schranke öffnet sich, der pflichtbewusste Deutsche fährt schnell raus – schwupps schlich sich mit der gleichen Durchfahrt auch ein litauischer Miturlauber mit raus. Wir haben uns wirklich geärgert, dass wir seine Parkgebühren gleich mit bezahlt haben. Aber gut, unser Auto ziert dann wohl künftig ein großer Aufkleber mit der Aufschrift „Ein Herz für litauische Miturlauber, die sich den Norwegenurlaub nicht leisten können und wahrscheinlich jeden Morgen an einem See Fische fangen, um überleben zu können“ 😉

So, zurück zum Thema: Hier nun ein paar Tipps, die ich euch auf jeden Fall mit auf den Weg geben würde, wenn ihr den Stollen erklimmen wollt:

  1. Feste Schuhe! Ihr glaubt nicht, welch eine Wohltat das war. Man läuft über alle möglichen Untergründe: Glitschige Steine, Morast, spitze Steine, überhaupt viele Steine. Mit normalen Turnschuhen, Sandalen oder gar Ballerinas hätte ich das niemals machen wollen. Klar, es geht alles. Aber so war es deutlich angenehmer.
  2. Nehmt genug Vorräte mit, vor allem Wasser (wir hatten ca. 2,5l dabei zu Zweit und die waren echt sehr, sehr leer ;)). Wir haben tatsächlich Leute ohne jegliches Proviant gesehen. Bei einer so anstrengenden Strecke, die einem wirklich viel abverlangt, sollte man genügend zu trinken dabei haben. Bei dieser Anstrengung… Super sind natürlich noch Müsliriegel oder ähnliches. Oder halt Ravioli 😉
  3. Nehmt eine winddichte Jacke und eine Mütze mit. Ja, es war zwar sonnig und warm. Aber auch sehr, sehr windig 😉
  4. Geht gleich morgens zum Stollen. Wir sind um ca. 13:00 Uhr abgestiegen. Und da tritt man sich so langsam auf die Füße. So viel Gegenverkehr…ich hätte gar nicht wissen wollen, was so gegen 15 Uhr da oben los ist. Wahnsinn!
  5. Wenn ihr zu zweit seid, dann lohnen sich bereits die 100 Kronen Wucher Parkgebühren. Warum? Ganz klar: Eine Busfahrt vom Campingplatz aus kostet einfach 40 Kronen pro Person. Einfach.

So schön das ganze auch war – so anstrengend war es auch. Daher haben wir den Rest des Tages einfach mal den lieben Gott nen guten Mann sein lassen und schöööön gefaulenzt 😉

Mehr dann im nächsten Teil 😉

PS: An die Englischcracks unter euch: Heißt „Wickelstation“ tatsächlich „Baby Change Service“ auf Englisch? Ich finde das ja mehr ne Übersetzung für ne Babyklappe 😉

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2 thoughts on “Norwegen – Part II”

  1. Ooooooooooooh, wow, Krissy … toller Bericht und tolle Fotos! Und großen Respekt für die Kraxelei, auch wenn man natürlich mit ner Bombenaussicht belohnt wurde, glaube für mich wäre das so rein gar nix, ich mag das Flachland lieber 😉 Zu den Parkgebühren … ich hab in Stuttgart beim Brautkleidabholen 16 € bezahlt und sooooooooooo ewig lange waren wir gar nicht da und so ne geile Aussicht hatten wir auch nicht 😀 hätte bei eurem Betrag und den frechen Urlaubern hintendran sicherlich auch mit den Zähnen geknirscht, aber wenn man die Bilder sieht, ist man da glaub wieder versöhnnt, oder?

    1. Hi Anne,
      Danke für deinen lieben Kommentar 😉 Also es war schon wirklich bombastisch, muss ich sagen. Hättest du mir vor 2 Jahren gesagt, dass ich da mal hochkraxel – ich hätt dir nen Vogel gezeigt. Und danach ist man echt ganz schön stolz auf sich. Also, ich zumindest 🙂
      Und waaas?? 16 € Parkgebühr in Stuttgart? Okay, dann doch lieber in Norwegen parken. Aber immerhin hattest du keine litauischen Bescheißerchen 😉

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