Krissy on Tour

Musicalbericht: Les Misérables

Hey, ich hab euch gewarnt: Ja, ich liebe Musicals 🙂

Les Misérables war ein Stück, welches mich schon immer neugierig machte. Ich wusste zwar grob, worum es geht, aber irgendwie dann doch wieder nicht so wirklich. Der Film kam heraus, aber ich wollte unbedingt vorher das Musical sehen, welches ja schon seit Jahren nicht mehr aufgeführt wurde und extra nach New York/London deswegen passt jetzt auch nicht so ganz 😉 Als dann klar war, dass das Stück Open Air in Magdeburg aufgeführt wird, wollte ich es uuuuunbedingt sehen. Gesagt, getan: Am 05.07. ging es also nach Magdeburg.

Kurz zum Inhalt des Stückes:
Der Sträfling Jean Valjean wird auch nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis von Inspektor Javert, der wohl die Gerechtigkeit pur verkörpert, gesucht. Als Verbrecher auf Bewährung bekommt er natürlich weder Arbeit noch Unterschlupf. Kurzerhand, weil er mit seinem Bewährungszettel keine Chance auf beides hat, zerreißt Valjean seinen Bewährungszettel und Inspektor Javert sucht ihn deswegen. Jean Valjean muss untertauchen und wird ein paar Jahre später Bürgermeister von…wie hieß das Ding?…keine Ahnung, irgendein französisches Nest halt 😉 Dort verspricht er der sterbenden Fantine, der das Leben übel mitspielte, sich um ihre Tochter Cosette zu kümmern. Fest entschlossen holt er sich Cosette von dem Ehepaar Thénardier, die Cosette als billige Arbeitskraft ausnutzen und ihre Tochter Eponine verwöhnen.
Ein paar Jahre später und immer auf der Flucht vor Inspektor Javert durch Frankreich kommt Valjean mit Cosette in den Wirren der Pariser Barrikadenkämpfe nach Frankreich. Cosette verliebt sich in den jungen Revolutionär Marius und er in sie. Was niemand weiß: Eponine, die Tochter des Ehepaares Thénardier, die sich durch Betrügen durchs Leben schlagen, ist ebenfalls in Marius verliebt.
Die Barrikadenkämpfe fordern nun ihren Tribut und die packende Geschichte nimmt ihren Lauf.

Also: Wie gesagt, ich liebe Musicals. Und ich liebe Musicals vor allem wegen der meist packenden Geschichte, ich bin also mehr der Freund von sogenannten „Dramamusicals“ als von Spaßmusicals. Les Misérables hat eine packende Geschichte und noch bessere Darsteller: Thomas Borchert, Bettina Mönch, Christina Patten und Oliver Arno sind der Musicalwelt ein Begiff und man erkennt auch nach den ersten paar Spielminuten: Das hier ist nicht nur eine Schulaufführung, sondern sehr, sehr professionell. Die Darsteller verkörpern die Rollen bis ins kleinste Detail, die Lieder werden so stimmgewaltig und herzzereißend gesungen, dass man nur heulen möchte,… WOW! Wenn man alleine das Finale des ersten Aktes betrachtet bei dem gewaltigen Lied „Morgen schon“, wo sich das Volk auf die Barrikadenkämpfe einstimmt mit der großen französischen Flagge und den Schatten der Revolutionäre…das ist so ein Gänsehautmoment!
Auch der Tod mancher Darsteller wurde mit dem Glockenschlag des Magdeburger Doms nochmals unterstrichen und sorgte für weitere Gänsehautmomente.
Einzig mit einer Darstellung, nämlich der der Cosette, konnte ich mich so gar nicht anfreunden. Ihr Gesang ist eben doch sehr opernlastig und das passt einfach meiner Meinung nach so gar nicht zu einem Musical.

So unterm Strich war es ein toller Abend und Les Misérables ist mit Sicherheit eines der anspruchsvollsten Stücke in der Musicalwelt. Nur, und da beginnt das Problem: Es ist wirklich sehr anstrengend. Ich weiß, ein Musical ist per Definition eine Mischung aus Schauspiel, Tanz und Gesang. Sprechrollen sind zwar relativ wenige zu finden, aber bei Les Misérables ist keine einzige Sprechrolle dabei. Es wird ausschließlich gesungen. Und das kann unter Umständen wirklich anstrengend sein. Glaubt ihr nicht? Überlegt mal:
„Ich muss weeeeeg“ – „Nein bleib daaaa“ – „Doch ich muuuuuss“ – „Nein bleib daaaaa“ -und das in Dauergesangschleife. 3 Stunden lang. Puuuuuh! Ich liebe wie gesagt Dramamusicals und letztes Jahr haben wir uns auch das Stück „Marie Antoinette“ angesehen. Und das war von der Geschichte her weitaus emotionaler und heftiger – aber das Stück war deutlich angenehmer anzusehen, eben weil auch Sprechrollen da waren.

Nichtsdestotrotz hatten wir einen super tollen Abend und das Stück kann/sollte man schon mal gesehen haben. Vor allem mit der Magdebuger Besetzung 😉

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