mal nachgedacht

Das Mädchen, das 5 Minuten die Welt zum Schweigen brachte

Dieses Thema will mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf. Daher wird es heute mal etwas ernsthafter…
Es ist zwar schon eine Weile her: Genau gesagt 1 Jahr, nämlich im Juli 2012 beim Weltklimagipfel in Rio de Janeiro. Ein ganz mutiges, junges Mädchen, nämlich die 12-jährige Severn Suzuki aus Kanada, hält hier eine bewegende Rede. Ich habe letztes Jahr schon voller Gänsehaut vor dem Fernseher gesessen und ich finde, dass es an der Zeit wird, dass man hierüber nachdenken sollte.

Hier mal die deutsche Übersetzung von Severn’s Rede:

Hallo, ich bin Severn Suzuki, und spreche für ECO, die Environmental Children’s Organization. Wir sind eine Gruppe mit vier zwölf- und dreizehnjährigen Kindern aus Kanada, und wir versuchen etwas zu verändern …

Wir haben das ganze Geld selbst aufgebracht, damit wir die 6000 Meilen hierher kommen konnten, um euch Erwachsenen zu sagen, dass ihr eure Wege ändern müsst. Ich spreche heute frei zu euch, ohne einen Zettel mit Stichworten. Ich kämpfe für meine Zukunft. Meine Zukunft zu verlieren ist nicht vergleichbar mit einer verlorenen Wahl, oder einigen verlorenen Punkten an der Aktienbörse. Ich bin hier, um für alle zukünftigen Generationen zu sprechen, die noch kommen werden. Ich bin hier, um stellvertretend für die hungernden Kinder in der ganzen Welt zu sprechen, deren Schreie ungehört verhallen. Ich bin hier, um für die unzähligen Tiere zu sprechen, die überall auf diesem Planeten sterben, weil ihnen der Platz zum Leben genommen wurde.

Ich sorge mich wegen des Ozonlochs, wenn ich nach draußen in die Sonne gehe. Ich bin besorgt, wenn ich die Luft einatme, weil ich nicht weiß, welche Chemikalien darin sind. Ich bin früher mit meinem Vater zum Fischen gegangen, in Vancouver, meiner Heimatstadt, bis wir vor einigen Jahren einen Fisch voller Krebsgeschwüre fanden. Und jetzt hören wir Tag für Tag von Tieren und Pflanzen die aussterben – verschwunden für immer.

In meinem Leben habe ich davon geträumt, die großen Herden wilder Tiere zu sehen, den Dschungel, und Regenwälder voller Vögel und Schmetterlinge. Aber jetzt frage ich mich, ob sie noch lange genug existieren werden, damit auch meine Kinder sie sehen können.

Habt ihr euch über diese Dinge Gedanken machen müssen, als ihr in meinem Alter wart? All dieses passiert vor unseren Augen, aber wir handeln, als hätten wir alle Zeit der Welt und für alles eine Lösung. Ich bin nur ein Kind, und ich habe alle diese Lösungen nicht, aber ich gebe euch zu bedenken, dass ihr sie auch nicht habt.

Ihr wisst nicht, wie ihr die Löcher in der Ozonschicht reparieren könnt. Ihr wisst nicht, wie ihr den Lachs in einen toten Fluss zurückholen könnt. Ihr wisst nicht, wie ihr ein ausgestorbenes Tier zurück in einen Wald bringen könnt, der einmal dort wuchs, wo jetzt eine Wüste ist.

Wenn ihr nicht wisst, wie ihr das alles reparieren könnt, dann hört bitte damit auf, es zu zerstören. Hier mögt ihr Delegierte eurer Regierungen sein, Geschäftsleute, Veranstalter, Reporter oder Politiker. Aber in Wirklichkeit seid ihr Mütter und Väter, Schwestern und Brüder, Tanten und Onkel. Und jeder von euch ist das Kind von irgendjemandem.

Ich bin nur ein Kind, aber ich weiß, dass wir alle Teil einer großen Familie mit fünf Milliarden Verwandten sind – genaugenommen sind wir Mitglieder einer Familie aus 30 Millionen Arten. Und Grenzen und Regierungen werden an dieser Tatsache nichts ändern können. Ich bin nur ein Kind, aber ich weiß, wir sind alle zusammen darin vereint und sollten als eine einzige Welt ein gemeinsames Ziel anstreben.

Ich bin nicht blind vor Zorn, und trotz meiner Furcht habe ich keine Angst davor, der Welt sagen, wie ich fühle. In meinem Land erzeugen wir so viel Müll. Wir kaufen und werfen weg, kaufen und werfen weg. Die reichen Länder werden jedoch nicht mit den Bedürftigen teilen.
Obwohl wir mehr als genug haben, haben wir Angst, etwas von unseren Vermögen zu verlieren, sind zu ängstlich etwas davon abzugeben.

Wir leben in Kanada mit dem Privileg viel zu Essen, Wasser und eine Unterkunft zu haben. Wir haben Uhren, Fahrräder, Computer und Fernseher. Diese Liste könnte man 2 Tage lang weiterführen.
Vor zwei Tagen waren wir geschockt, als wir hier in Brasilien einige Zeit mit einigen Straßenkindern verbrachten. Eines dieser Kinder hat zu uns gesagt: “Ich wünschte ich wäre reich. Und wenn ich es wäre, würde ich allen Straßenkindern Essen, Kleidung, Medizin, Unterkunft, Liebe und Zuneigung geben.”

Wenn dieses Straßenkind, das nichts hat, zu teilen bereit ist – warum sind wir, die alles haben, immer noch so gierig? Ich kann nicht aufhören daran zu denken, dass diese Kinder in meinem Alter sind, dass es einen ungeheuerlichen Unterschied macht, wo man geboren ist.
Ich könnte eines dieser Kinder in den Favelas von Rio sein. Ich könnte ein hungerndes Kind in Somalia sein, ein Kriegsopfer im Mittleren Osten, oder ein Bettler in Indien.
Ich bin nur ein Kind, aber ich weiß, wenn alles Geld, das für Kriege ausgegeben wird, für die Beendigung der Armut und die Suche nach Lösungen zur Rettung unserer Umwelt ausgegeben werden würde, was für ein wundervoller Platz diese Erde dann sein würde.

In der Schule, wie auch im Kindergarten lehrt ihr uns, wie die Welt zu bewahren ist. Ihr lehrt uns, nicht mit anderen zu kämpfen, für etwas zu arbeiten, andere zu respektieren, Ordnung zu halten, keine anderen Lebewesen zu verletzen, zu teilen, nicht gierig zu sein. Warum geht ihr dann hinaus, und macht das Gegenteil von dem, was ihr uns gelehrt habt?

Vergesst nicht, warum ihr an diesen Konferenzen teilnehmt, für wen ihr das tut – wir sind eure Kinder. Ihr entscheidet, in was für einer Art Welt wir aufwachsen werden. Eltern sollten die Möglichkeit haben ihre Kinder zu trösten, indem sie ihnen sagen können “Alles wird gut.” “Wir tun alles was wir können.” “Das ist nicht das Ende der Welt.”

Aber ich denke nicht, dass ihr das je wieder zu uns sagen könnt. Sind wir überhaupt auf eurer Prioritätenliste? Mein Vater sagt immer: “Du bist das was du tust, nicht das was du sagst.” Was ihr tut, lässt mich nachts weinen. Ihr Erwachsenen sagt, ihr liebt uns.

Ich fordere euch auf, bitte, lasst eure Taten eure Worte widerspiegeln.
Danke für eure Aufmerksamkeit.

Ich bin immer noch erschüttert, wenn ich an dieses mutige Mädchen denke. Die sich vor so viele Weltverbesserer und Politiker hinstellt, und diese Worte sagt. Und ich finde, sie hat recht.
Der Klimawandel ist uns allen ein Begriff. Irgendwo im Hinterstübchen ist das Wort. Und man denkt an „Klimawandel. Ja. Ist schon doof. Aber was kann ich schon daran ändern, wenn solche Nationen wie China nix ändern? Bringt ja eh nix.“. Und diese Einstellung finde ich grausam! Ich bin alles andere als eine Person, die im perfekten Einklang mit der Natur lebt. Ich bin so, wie alle von uns: Ich lebe ganz normal. Aber ich achte bei bestimmten Kleinigkeiten darauf, was ich tue. Ich trenne meinen Müll. Ich beziehe meinen Strom aus erneuerbaren Energien. Ich habe Energiesparlampen bzw. LED-Lampen. Ich habe einen supermegasparsamen Kühlschrank. Ich kaufe Obst und Gemüse, wenn möglich, aus regionalem Anbau. Ich versuche so wenig Essen wie möglich wegzuwerfen und immer so zu kaufen/kochen, dass es reicht, aber ohne grundlos etwas wegzuwerfen.

Aber eins ist mir auch klar: Genug tue ich garantiert nicht. Ich könnte noch so viel mehr tun. Und das kann jeder von uns. Es ist nun mal Fakt: Der Klimawandel ist da und schreitet immer weiter voran. Was tun wir alle? Wir verschließen die Augen, ganz nach dem Motto: ‚Ach, was interessiert es mich, was in ein paar Jahren ist.‘ Bewusst tun wir das bestimmt nicht, dafür haben wir alle einen viel zu hohen Selbsterhaltungstrieb.

Ich will jetzt nicht einen auf Möchtegern-Weltverbesserin machen, davon bin ich selbst meilenweit entfernt. Ich fliege auch in den Urlaub, wir haben auch nicht die umweltfreundlichsten Autos usw. usw.
Ich möchte einfach appelieren an alle, die das lesen: Euer Fernseher/PC/sonst was muss nicht den ganzen Tag durchgehend anbleiben. Man brauch nicht diese Glühbirnen, die 95% ihrer Energie an Wärme -nicht an Licht- sinnlos abgeben. Es tun auch Energiesparlampen oder LED-Lampen. Oder oder oder.

Und dieses typische Argument „Was kann ich schon tun?“ würde ich am liebsten aus den Köpfen aller verbannen, ganz ehrlich. Was ist, wenn alle knapp 7 Mrd. Menschen auf diesem Planeten so denken? Klar, es gibt unglaublich viele Menschen und Nationen, die ihre Abwässer 1:1 ins Meer kippen, die keine Müllentsorgung haben etc. Aber warum muss man dann vor der eigenen Haustüre auf Durchzug schalten? Ich finde, gerade die Rede von Severn Suzuki sollte eines tun: Wachrütteln! Denn es ist tatsächlich so: Wir leben zwar hier in einem guten Land mit viel Wohlstand. Nur ist dieses tolle reiche Land auf einem Planeten, den wir zerstören aus reinem Egoismus. Und ja, man kann etwas ändern. Jeder kann etwas ändern. In der großen Summe ist es sicherlich nur ein Tropfen auf dem heißen (mittlerweile brodelnden und kochenden) Stein. Aber wie gesagt: Was wenn alle so denken?

Viel mehr tun als sich selbst an die eigene Nase packen kann man wohl nicht…leider. Aber ich denke, es wäre ein großer Schritt, wenn wir alle zumindest das genau tun würden.

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