Ein paar Tipps, Erfahrungen

‚Nieeeeeemand interessiert sich für die Hochzeit‘

Buhuhuuuuuuu… ähm, tschuldigung 🙂 So böse sollte ich nicht starten. Also, versuchen wir’s nochmal… Ach verdammt, ich habe einfach zu viele böse Gene in mir. Also, komm ich doch gleich zum Punkt (ich hätte es beim Vorwort belassen sollen, nicht wahr? Ach, jetzt ists auch zu spät. Ihr wisst ja: ‚Ist der Ruf erst ruiniert…‘):

Klar, für uns ist die Hochzeit der mitunter allerwichtigste Tag oder zumindest der Tag, der für eine so lange Zeit so wichtig ist. Jede Kleinigkeit ist wichtig und wir freuen uns schon nen Wolf, wenn wir endlich die Schriftart der Einladungen ausgesucht haben. Sprich: Was für uns quasi Meilensteine in der Organisation sind, die sind wiederum dem Umfeld scheißegal 🙂 Das heißt nicht, dass ein generelles Desinteresse da ist, sondern diese Kleinigkeiten interessieren einfach meist niemanden außer dem Brautpaar selbst. Ob da jetzt ein einfacher Schnörkelschriftzug oder ein kursivgeschriebener Schnörkelschriftzug ist, ob das Satinband jetzt reinweiß oder cremefarben ist… Das könnte für die Gäste kaum unwichtiger sein. Und jetzt beginnt das Dilemma: Wir möchten natürlich jeden Pups über die Hochzeit sofort dem ganzen Umfeld erzählen (also, Mama, Papa, Trauzeugen, Schwiegereltern, Geschwistern, Cousin, Tante, Onkel, Nachbar, Chef, Kanarienvogel, Raupe die im Baum nebenan wohnt). Aber die Sache ist eben die: Alle, die nicht so direkt involviert sind, für die ist unsere Hochzeit einfach nur eine Feier von vielen. Klar, etwas festlicher und meist auch schöner, als jetzt die 50. Geburtstagsfeier von Nachbarin Margarete – aber trotz allem nur eine Feier von vielen. Und mal ehrlich: Interessiert es uns, ob Nachbarin Margarete sich jetzt für den Schweinebraten oder den Ochs am Spieß entschieden hat? Oder ob sie die lindgrünen oder die apfelgrünen Servietten genommen hat? Geeenau 😉 Und das ist eben der Punkt, den wir immer bei allem bedenken sollen. Schatz und ich haben uns selbst schon dabei ertappt: Da fragt ein Kumpel nach nach dem Stand der Vorbereitungen und wir beide hören gar nicht mehr auf! Wir reden und reden und führen jeden Kleinfurz auf, der uns gerade einfällt…und unser armer Kumpel war einfach viel zu höflich, um uns zu unterbrechen 🙂 Seitdem hatten wir eine Art Selbsterkenntnis und wir halten uns dezent mit Informationen zurück und erzählen auch nur über die Vorbereitungen, wenn wir gefragt werden und (ganz wichtig!!!) antworten NUR zu diesem Thema. Damit fährt man eigentlich ganz gut. Denn ich kenne es noch von anderen Hochzeiten, als unsere eigenen Hochzeitsvorbereitungen noch weiiiit weit entfernt waren: Es ging um NICHTS anderes. Boah, ich war so tieeerisch genervt und hab mir immer gedacht ‚Nää, das wird bei uns nieee so werden!‘. Öhm, ja 🙂

Eine nette Variante des Threadthemas ist öfter auch mal: ‚Meine Trauzeugin interessiert sich üüüüüüberhaupt nicht für die Hochzeit. Gaaaaaar nicht‘. Wenn ich wieder jetzt  mein Buhuhuhuuuu wiederhole, bin ich wieder böse, gell? Na gut, ich sag lieber nix und starte auch gleich mal mit der Erklärung:
Gerade das ist meist das größte Streitthema, das es zwischen Braut und Trauzeugin gibt. Und das Problem ist weder, dass sich die Trauzeugin viel zu wenig für die Hochzeit interessiert, noch, dass die Braut den Pre-Bridalen-Totalschaden hat (wobei beides durchaus vorkommen kann, aber wir reden hier ja von der Allgemeinheit, ne?) – es ist einfach das Problem, dass  beide mit vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen in die Vorbereitungen gehen. Ich meine, klar: Eine Trauzeugin ist in erster Linie dafür da, um die Trauung zu bezeugen und das auch in der Ehe entsprechend zu vertreten, also eben auch als Ansprechpartnerin für beide Ehepartner in schwierigen Zeiten. Das ist die Hauptaufgabe der Trauzeugin. Alles, was darüber hinaus geht, ist einfach ein gewisser „Bonus“. Oftmals geht die TZ (der Einfachheit halber einfach mal abgekürzt) mit Brautkleid kaufen, sie ist immer da bei allen Vorbereitungen, hilft dabei natürlich auch, richtet den Junggesellinnenabschied aus (by the way: Liebe beste Freundin, so einen kleiiiiinen Hinweis könntest du schon bei mir geben, gell? Fiesling!!!) und ist an der Hochzeit immer an der Seite der Braut und hält den Strauß, wenn es nötig ist, richet die Schleppe und geht mit aufs Klo, putzt den Hintern ab, öhm, Tschuldigung, ich schweife ab. Was ich damit sagen will: Ich glaube, nahezu jede Braut hat diesen oder einen oftmals ähnlichen Wunsch nach einer TZ. Oftmals sind die TZ mit der Braut einer Meinung und dann ist es völlig in Ordnung, wenn beide die gleiche Vorstellung haben. Nur ist es mindestens genauso oftmals so, dass die TZ eben nicht diese Vorstellung teilt und dann ist der große Knall schon vorprogrammiert und es kommt zum Streit: Die Braut wirft der TZ absolutes Desinteresse vor, die TZ wirft der Braut absolute Brauthormone, eingehend mit totaler Übertreibung vor… Super! Daher mein Tipp an euch, liebe Bräute, die ihr eure TZ noch auswählt: Klärt das vorher ab. Sprecht mit der potentiellen TZ über eure Wünsche. Und wenn es der TZ einfach zu viel ist, dann ist sie ehrlich und das solltet ihr wiederum genauso akzeptieren. Es bringt nichts, wenn eine Freundin/Schwester/sonstwer diese Aufgabe nur widerwillig übernimmt und ihr am Ende dann beide schmollend in der Ecke sitzt, weil ihr beide so unterschiedliche Vorstellungen habt.

Übrigens: Mein Verlobter und ich haben keine offiziellen TZ. Das lag aber einfach an der Situation, dass wir ein paar zur Auswahl hatten und mit unserer Entscheidung auf jeden Fall jemanden vor den Kopf gestoßen  hätten. Daher haben wir gesagt: Wir brauchen nicht zwangsläufig jemanden für die Bezeugung unserer Ehe – das schaffen wir auch alleine 🙂 Trotzdem habe ich meine beste Freundin im Hintergrund, die über jedes noch so kleine Detail der Hochzeitsplanung unterrichtet werden möchte und die auch den JGA plant. So oder so ist es auf jeden Fall ganz toll, wenn ihr jemanden an eurer Seite habt, bei der ihr euer Pre-Bridal-Syndrom ausleben könnt 🙂

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