Ein paar Tipps, sonstige Organisation

Sinn und Unsinn

Okay, ich geb’s ja zu: Wir Frauen haben teilweise eine sehr, wie drücke ich das jetzt politisch korrekt aus… ich denke, eine total übertriebene und krankhaft perfekte Vorstellung der Hochzeit wäre jetzt zu krass ausgedrückt. Gut, wir sagen’s mal politisch korrekt: Eine sehr detailreiche Vorstellung der Hochzeit 🙂
Und eins habe ich während der Vorbereitungen gelernt: Oftmals ist weniger mehr. Ich finde nichts schlimmeres an Hochzeiten, als dass alles vor Schmalz trieft. Dazu zähle ich: Herzen überall, knutschende Tauben überall, Köpfe des Brautpaares (zur Erklärung: Damit meine ich, dass alles mögliche mit dem Brautpaar bedruckt ist, keine psychopatischen Köpfe auf einer Pike!), dazu dann noch alles voll mit irgendwelchen Efeuherzen an Stühlen… Bah, da würgt’s mich. Ehrlich. Ich meine: Klar, es ist eine Hochzeit und ein bisschen Romantik ist ja schön und gut. Aber die romantische Stimmung kommt einfach mit dem Strahlen des Brautpaares und der Freude der Gäste. Da braucht es kaum zusätzliche Herzen und Liebesstimulatoren (ich meine diese Herzen, keine Erwachsenenspielzeuge… ihr Ferkels!) 😉

Über Sinn und Unsinn an einer Hochzeitsfeier lässt sich natürlich streiten. Die einen sagen: Bedruckte Servietten mit den Namen des Brautpaares und dem Hochzeitsdatum: Das isses und das macht unsere Hochzeit perfekt. Die anderen sagen: Servietten sind ja schön und gut, aber damit wird Essensdreck von den Mündern abgewischt, verschüttetes aufgewischt und den Kids, denen das Essen nicht schmeckt, wird die Serviette als Auffangbehälter gereicht, sprich: Eine normale (aber natürlich trotzdem noch festlich aussehende) Serviette reicht. 3x dürft ihr raten, wozu ich mich zähle 😉

Nächster Punkt: Gastgeschenke. Da scheiden sich erst recht die Geister. Gastgeschenke sind generell ein netter Gedanke. Nur sollte man, wenn man sich dafür entscheidet, auch zu etwas sinnvolleren greifen finde ich. Diese Hochzeitsmandeln sind ja schön und gut und jaaa, ich weiß, tolle Bedeutung wegen 5 Mandeln, blabla. Aber was will ich denn damit? Gut, man kann sie aufreißen und essen. Aber mal Hand aufs Herz: Wer von euch macht das schon? Das wunderschön eingepackte Beutelchen, schön verziert und im Schweiße des Brautpaares erstellt… das bringt doch keine von euch ernsthaft über’s Herz 🙂 Was ich immer ganz praktisch finde: Nehmt Dinge, die ein bisschen was praktisches haben. Selbstgemachtes Pesto finde ich z.B. spitzenmäßig. Oder auch selbst gemachten Schnaps (Respekt an die, die das selbst machen!). Pralinen oder Kekse finde ich genauso gut. Das wird gleich schnabbuliert und gut is. Sinnig sind auch diese M&M’s – dieses personalisierte hingegen nicht (wer extra auf ein M&M schauen muss, um zu sehen, auf welcher Hochzeit er ist… 😉 ).
Warum ich speziell auf diese sinnvolle Verwendbarkeit bestehe: Mal ehrlich, was wollen denn die Gäste mit irgendnem Staubfänger? Oder mit irgendnem hyperromatischen Figürchen, was dann peinlicherweise in irgendner Schublade verendet und nur rausgeholt wird, wenn ihr mal zu Besuch kommt? Dann doch lieber gleich was zum Futtern bzw. Vertilgen. Übrigens: Das allerschlimmste Gastgeschenk hab ich mal beim Froooonck dem Weddingplaner gesehen: Eine Braut hat ein Lied (was war’s nochmal… I will always love you glaube ich, also DAS Liebesbekenntnislied schlechthin, von wegen „We both know I’m not what you, you need“) auf ihrer Hochzeit gesungen. Natürlich DER Liebesbeweis für ihren Schatz schlechthin. Ich meine, so ne olle Hochzeit kann ja jeder machen. Aber das Lied…boah, wahnsinn. Ich finde, diese Tat ist ja schon schlimm genug. Schlimm wurde es allerdings erst dann, als die gute Frau loslegte. Ich weiß, Katzengejammer ist ein sehr böser Ausdruck, aber noch nicht mal das trifft es ganz gut. Das war noch schlimmer, wesentlich sogar! Und wer jetzt denkt: ‚Neiiin, bitte hör auf, das ist ja schon vom Lesen echt schlimm‘ – haaa, das geht noch besser: Die gute Frau hat nämlich als furchtbar nettes Gastgeschenk diesen Wunsch nach Ohrmüllverbrennung sogar auf CD aufgenommen und die CD netterweise noch jedem auf den Platz gelegt. Juhuuu! Das ist doch mal sowas von nett und selbstlos, nicht wahr? Hach, da geht einem ja der Ausgang zur oberen Magenentleerung das Herz auf!

Und bevor ihr jetzt denkt ‚Sag mal, was ham se denn dir heut wieder in deinen Kaffee rein, weil du so unglaublich nett bist‘: Jetzt kommen wir mal zu dem, aus meiner Sicht gesehen, Sinn, wo es sich wirklich lohnt, ein bisschen was an Geld zu lassen.

Ganz wichtig und absolut fatal, wenn man da spart: Der Fotograf. Das heißt nicht, dass ihr zwangsläufig 3000 € in die Hand nehmen sollt, keinesfalls. Nur schaut euch um und sucht genau den Fotograf, der euch am Besten gefällt. Die meisten Fotografen haben auch entsprechende Preise, was aber auch daran liegt, dass die meisten Fotografen auch entsprechende Fixkosten haben für das Fotostudio, Personal bzw. Second Shooter,… Das läppert sich natürlich. Wir haben das Glück, dass wir einen hammermäßigen Fotografen an der Hand haben, der nicht diese „typischen Fotos“ (ihr wisst schon, Paar schaut um den Baum rum, schnulz, trief) macht, sondern wirklich ganz tolle und individuelle. Und dadurch, dass er es nicht hauptberuflich macht, ist das preislich natürlich eine ganz andere Kategorie. Empfehlen würde ich auch auf jeden Fall eine Fotoreportage, die sich schön über den Tag verteilt. So hat man auch gewisse andere Zeitabschnitte wundervoll auf Foto. Auch eine wichtige Sache: Klärt vorher ab, was im Preis enthalten ist. Speziell bei der Fotoentwicklung bzw. welche Fotos ihr in welchem Zustand erhaltet. Oftmals bekommen die Paare nur eine kleine Auswahl an Fotos und die müssen auch noch zu astronomischen Preisen beim Fotografen entwickelt werden. Optimal ist es, wenn ihr alle Aufnahmen anschließend bearbeitet auf DVD erhaltet. Warum ich meinte, dass es absolut fatal ist: Überlegt mal, diese Fotos habt ihr für immer. Das ist nicht mal eben ein Gastgeschenk-Drops, bei dem es wurschtegal ist, ob ihr den von Lafer höchstpersönlich anrichten lasst oder ob ihr die im Angebot beim Aldi kauft. Das sind eure ganz persönlichen Erinnerungsstützen an eure Hochzeit. Und ihr werdet euch wirklich grün und blau ärgern, wenn ihr Fotos habt, die einfach nicht euch selbst und eure Hochzeit widerspiegeln.

Der nächste Punkt, bei dem ich persönlich nicht sparen würde: Die Ringe. Wobei ich hier auch sagen muss, dass ein Übertreiben in die andere Richtung für mich genauso unpraktisch ist. Ihr werdet es merken: Wenn ihr eure Ringe auswählt, dann werdet ihr mit verschiedensten Arten und Materialien konfrontiert. Dazu gibt es aber nochmal einen extra und damit auch ausführlichen Post, der euch vielleicht ein bisschen weiterhilft. Ich kenne es nämlich von mir: Man ist erstmal heillos überfordert und fragt sich, wie zum Teufel es bei Ringen so eine Auswahlmöglichkeit gibt 😉

Also, kurzum: Hier sind wir wieder beim Thema „Persönlicher Geschmack“ und „Prioritätensetzung“ (das hatten wir ja schon). Generell gibt es für alles einen Anbieter und gerade in diesen Kleinigkeiten, wie z.B. Gastgeschenke könnt ihr sehr, sehr viel Geld loswerden. Denn von bedruckten Labellos bis hin zu personalisierten FlipFlops gibt’s ja alles (die Seite kennt ihr ja vom letzten Post… Aber die habt ihr nicht von mir… nicht, dass ich noch Drohbriefe von euren Männern erhalte). Wägt es daher gut für euch ab, was wirklich notwendig ist und wovon ihr auch sagen könnt, dass ihr sehr gerne auf sowas verzichten könnt 😉

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3 thoughts on “Sinn und Unsinn”

  1. Ich finde, deine Idee mit den Köpfen von Braut und Bräutigam auf Piken gesteckt hat Potenzial. Zum Beispiel am Eingang zum Feierort, wo sonst oft diese öden Buchsbaumtöpfe stehen. Ich sehe es ganz deutlich vor mir!
    Doch, ich mag deine Art zu denken.
    Aber wir teilen uns ja auch ein Gehirn 😉

    (Wir sollten diese Idee schnell lizensieren lassen. Für den Fall, dass in einem halben Jahr irgendwelche Filmrequisiteure eine Nebeneinnahme machen, indem sie Kunststoffkopfmodelle vom Brautpaar anbieten für diese Zwecke… Dann kassieren wir und werden reich! Denn soviel ist klar: mach eine rosa Schleife drum und schreib „Hochzeit!“ dran und „ganz neu aus USA“, und du findest wen, der das kauft. Egal was.)

    1. Ich merk das schon, Elisabeth: Die Gehirnhälften sind gut verteilt. Ich liefere die kranken Ideen und du machst dann die geilen Geschäftsmodelle draus. Gefällt mir, sehr gut. Müssen ja keinem sagen, dass unser Geschäftsmodell einfach nur „Wir machen aus Scheiße Gold ist“. Zu geil, ehrlich 😉

      @Sabine
      Ja, also ich habe auch keine Ahnung warum… Würg *Essen wieder runterschluck*

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