Brautkleid & Co., Ein paar Tipps, Erfahrungen, Optik ist wichtig

Brautkleidkauf… „ich will ja nur mal gucken“

Klar: Was macht man als erstes, sobald man nen Ring am Finger hat? Richtiiiig: Man durchforstet das Internet nach sämtlichen Arten von Brautkleidern. Für mich persönlich war von ‚Oooooooh guck mal wie schööön‘ bis ‚Das grenzt an Körperverletzung‘ alles dabei. Jedoch war für mich vor allem eins klar: Ich gebe keinesfalls so viel Geld für ein Kleid aus, was ich nur ein paar Stunden tragen werde, Hochzeitsemotionen hin oder her. Nach ewig langem Durchforsten verschiedenster Websites wurde ich fündig: Ich sah ein wundervolles Kleid bei einem Online-Hersteller mit 321-Shop für sagenhafte 320 €. Das Kleid war genau mein Ding: Nicht zu viel, nicht zu wenig und dazu auch noch günstig. Mein ausgetüftelter Plan sagte also folgendes: Du gehtst in nen Brautladen, probierst was in der Art an und bestellst dir dann das Kleid. Clever, clever. So der Plan und die Theorie.

Praxis war dann folgende:
Ich wollte mich eines schönen Mittwochnachmittags Anfang Mai 2012 mit zwei Freundinnen treffen und hatte noch etwas Zeit. Ich bin an einem mir bekannten Brautladen vorbeigelaufen, genau an dem Laden, von dem ich immer gesagt hab als ich noch klein war ‚Mamaaaaa, da kauf ich mal mein Brautkleid‘. Der Laden, an dem ich immer ganz träumerisch meine Schritte aprupt verlangsamt habe, um mich der Vorstellung hinzugeben, dass ich auch einmal so ein Wahnsinnskleid anhaben werde. Gut, zum Zeitpunkt des Mittwochnachmittags war bis zur Hochzeit noch gut ein Jahr hin, aber egal: Braut is Braut, egal wann 🙂

Ich bin also in den Laden, nur um mal ein bisschen zu gucken. Ich wurde gleich sehr freundlich von einer Verkäuferin empfangen und wurde nach meiner Vorstellung gefragt. Das habe ich verneint und das auch so im Nachhinein  betrachtet aus gutem Grund, dazu aber später mehr. Die Verkäuferin suchte mir also zwei Kleider in meiner Größe aus , die auf dem Bügel schon mal toll aussahen. Nachdem ich dann in ner Umkleide in eine Corsage und einen Reifrock gequetscht wurde (und feststellen musste, wie bescheuert diese Kombination eigentlich aussieht!), kam das erste Kleid über meinen Kopf. WOW, was für ein Gefühl. Das Kleid war auch wirklich sooo hübsch. Ich trat aus der Umkleidekabine vor den Spiegel und fühlte mich wie eine Prinzessin. Das Kleid hat eine ganz andere Person aus mir gemacht. Ich wippte hin und her, drehte mich, bewunderte diese traumhafte Schleppe und war total begeistert, was so ein Stück Stoff (okay, viele aufwändige Stücke Stoff) doch bewirken kann. Ich fühlte mich sooo hübsch…aber…tja, aber. Irgendwas fehlte. Ich sah wirklich toll aus, aber ich konnte nicht mal erklären, was genau mich störte. Die Verkäuferin meinte dann gleich „Gut, das ist es dann einfach nicht“. Ich sollte auch bald wissen, was sie damit meinte. Ich schlüpfte also aus dem Kleid raus in ein anderes mit vielen Tüll- und Spitzenapplikationen. Und ich war auf einmal total geflashed. Mein Herz fing an zu pochen und ich dachte schon, dass ich jetzt total abdrehe und mir anscheinend das Hühnchen zum Mittag irgendwie nicht bekommen ist. Ich sah das Kleid noch nicht mal an mir und hatte totales Herzklopfen und Tausende Schmetterlinge, Krabbelkäfer oder sonst was im Bauch. Ich ging also raus aus der Umkleide, trat vor den Spiegel und konnte mir gar nicht erklären, was ich dort sah: Ich sah eine wundervolle Braut in einem Kleid, dass für sie gemacht war. Funkelnde Augen, ein Lächeln über alle 4 Backen (ja, so jenseits der Kleidergröße 34 hat man das manchmal) und ich war einfach nur glücklich, als ich diesen Traum von Kleid betrachtete. Dieses Prinzessingefühl vom ersten Kleid war wirklich ein riesen Scheißdreck dagegen, was ich jetzt fühlte. Ich wollte diesen Traum gar nicht mehr ausziehen und dachte mir nur, dass es einfach perfekt ist. Die wunderhübsche Braut aus meiner Vorstellung, wenn ich an dem Laden vorbeigelaufen bin, sie ist Wirklichkeit. Ein Blick auf das Preisschild holte mich wieder in die Wirklichkeit zurück: Scheiße! 799 €. Für ein Brautkleid sicherlich noch im Rahmen, wäre auch kein Budgetproblem: Nur mein Hirn wollte das Geld einfach nicht ausgeben. 320 € zu 799 € ist nämlich mehr als das Doppelte,… also prozentual gesehen (höchstpersönlich von Schatzi ausgerechnet): 249,69%. (Im Gegensatz zu mir kann der nämlich Mathe),… Ach scheiß drauf, viel mehr Geld als das, was ich ausgeben wollte. Der Gewissenskonflikt war also perfekt. Mein absolutes Traumkleid gegen den Preis, den ich bereit war, zu zahlen. Nun gut, ich musste einfach mal nachdenken.

Auf dem Weg nach Hause und nach dem Treffen mit meinen Freundinnen fragte ich mich also, was ich tun soll… Genau, Mama anrufen, denn Mama weiß immer, was zu tun ist (so hin und wieder halt..)! Ich rief sie also gleich an und meinte nur hysterisch „Mama, du musst mir das ausreden. So viel Geld für ein Kleid. Und du musst mit mir in den Laden und musst sagen, wie kacke ich aussehe und musst sagen, dass das die blödeste Idee aller Zeiten ist“. Meine Mama war da glücklicherweise sehr nüchtern eingestellt und meinte auch, dass man knapp 1 Jahr vorher sowieso kein Kleid kaufen sollte. Sie versprach mir aber, dass wir gleich am Samstag in den Brautladen gehen und uns die Misere mal anschauen.

Daheim beichtete ich meinem Schatz erstmal in ganz bedröppelter Dackelblick-Manier mein Dilemma. Dazu muss man aber sagen: Dieses Brautkleidbudget kam von mir. Schatz war immer derjenige, der gemeint hat ‚Setz dir doch nicht so ein geringes Limit. Wenn’s mehr kostet, dann isses halt so. Aber mach doch nicht sowas‘. Hätte ich mal gleich auf ihn gehört. Seine Reaktion war seiner vorherigen Meinung entsprechend total verständnisvoll: „Mein Schatz, wenn das Kleid so viel kostet und es wirklich so toll ist, dann kaufe es doch einfach. Klar, 800 € sind ne Menge Geld, aber mein Gott, so isses halt. Mach dir mal keinen Stress“. Ihr werdet im Laufe meiner weiteren Blogposts vielleicht noch rauslesen, wie sehr ich diesen Mann liebe und warum ich genau ihn heiraten werde. Aber das war einer dieser wundervollen Momente, wo man einfach nur dankbar ist, dass man so einen Mann an seiner Seite hat.

In den nächsten Tagen terrorisierte ich nahezu jeden in meinem Umfeld, vor allem jedoch eine mittlerweile eingeschworene Forengemeinschaft, die mich genauso wie Schatz davon überzeugen wollten, dass ich das Kleid nehmen soll, wenn es mir gar so gut gefällt. Eine Userin, die ich durch das Forum kennenlernte und die mittlerweile zu meinen liebsten Freundinnen gehört, zieht mich noch heute damit auf, wie ich alle wahnsinnig machte.

Der Samstag wollte und wollte einfach nicht näher kommen…. Aber dann kam er doch und was soll ich sagen…. Das erfahrt ihr beim nächsten Mal (is wie bei Navy CIS, wenn auf einmal am Ende des Teils steht „Fortsetzung folgt“… dann hockt man vorm Fernsehen und schreit „Woah nöööööööö, das gibts nicht“. Aber ich brauch nach so nem langen Post mal ne kurze Schreibpause. Ich brauch auch nicht lange, versprochen 🙂 )

 

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